Brei­tes Bünd­nis gegen Mehr­wert­steu­er auf Obst und Gemüse

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Sozi­al­ver­bän­de, Ver­brau­cher­schüt­zer und Gesund­heits­ver­tre­ter unter­stüt­zen die For­de­rung von Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter Cem Özd­emir (Grü­ne), die Mehr­wert­steu­er für Obst und Gemü­se auf null Pro­zent zu redu­zie­ren. „Ange­sichts einer Infla­ti­ons­ra­te von aktu­ell 8,6 Pro­zent darf die Bun­des­re­gie­rung nicht län­ger zögern und soll­te sich Spa­ni­en zum Vor­bild neh­men”, sag­te Vere­na Ben­te­le, Prä­si­den­tin des Sozi­al­ver­ban­des VdK, den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Sonn­tag­aus­ga­ben). Ein ent­spre­chen­des Gesetz sei auch für Deutsch­land „über­fäl­lig”.

„Die Abschaf­fung der Mehr­wert­steu­er auf fri­sches Obst und Gemü­se sowie Hül­sen­früch­te wür­de allen Men­schen hel­fen, aber über­pro­por­tio­nal stark jenen mit klei­nen Ren­ten und Gering­ver­die­nern”, führ­te die Prä­si­den­tin des Sozi­al­ver­ban­des aus. Auch der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (VZBV) drängt auf eine Abschaf­fung der Mehr­wert­steu­er. „Eine gesun­de und nach­hal­ti­ge Ernäh­rung darf kei­ne Fra­ge des Geld­beu­tels sein”, sag­te VZBV-Lebens­mit­tel­ex­per­tin Chris­tia­ne Sei­del den Fun­ke-Zei­tun­gen. Die Abschaf­fung der Mehr­wert­steu­er auf gesun­de Lebens­mit­tel kön­ne „zumin­dest einen klei­nen Bei­trag zur Ent­las­tung leis­ten und einen Anreiz für eine gesün­de­re und nach­hal­ti­ge Ernäh­rung set­zen”, so Sei­del. Das Instru­ment sei „sehr wirk­sam und kurz­fris­tig umsetz­bar”. Die Deut­sche Dia­be­tes Gesell­schaft (DDG) unter­stützt den Vor­schlag eben­falls. DDG-Geschäfts­füh­re­rin Bar­ba­ra Bit­zer for­der­te gegen­über den Fun­ke-Zei­tun­gen eine „kom­plet­te Befrei­ung von der Mehr­wert­steu­er bei gesun­den Lebens­mit­teln wie Obst und Gemü­se und im Gegen­zug eine Her­stel­ler­ab­ga­be auf gesüß­te Erfri­schungs­ge­trän­ke.” Deutsch­land hin­ke im Bereich der Prä­ven­ti­on der inter­na­tio­na­len Ent­wick­lung hin­ter­her. Der Deut­sche Bau­ern­ver­band will eine Aus­set­zung der Mehr­wert­steu­er gleich für alle Lebens­mit­tel errei­chen. „Eine Aus­set­zung der Mehr­wert­steu­er auf Lebens­mit­tel kann hel­fen, die Ver­brau­cher zu ent­las­ten. Aus unse­rer Sicht soll­ten in Deutsch­land dann alle Lebens­mit­tel ermä­ßigt wer­den”, sag­te der stell­ver­tre­ten­de Gene­ral­se­kre­tär Udo Hem­mer­ling den Fun­ke-Zei­tun­gen. In Spa­ni­en hat­te die Regie­rung jüngst die Mehr­wert­steu­er auf Grund­nah­rungs­mit­tel wie Obst, Gemü­se, Brot und Milch vor­über­ge­hend aus­ge­setzt. Nun bekräf­tig­te Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter Cem Özd­emir sei­ne For­de­rung, dass auch in Deutsch­land die Mehr­wert­steu­er auf null Pro­zent redu­ziert wer­den sol­le. „Ich per­sön­lich habe gro­ße Sym­pa­thien dafür, die Mehr­wert­steu­er für Obst, Gemü­se und Hül­sen­früch­te auf Null zu set­zen”, hat­te Özd­emir den Fun­ke-Zei­tun­gen gesagt. Das wür­de das Signal set­zen, dass gesun­de Ernäh­rung güns­ti­ger sei. Gebremst wird Özd­emir vom Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um. Es gebe kei­ne Pla­nun­gen, an der der­zei­ti­gen Sys­te­ma­tik etwas zu ver­än­dern, teil­te ein Spre­cher den Fun­ke-Zei­tun­gen mit.

Foto: Früch­te auf einem Obst­stand, über dts Nachrichtenagentur

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