CSU ruft Regie­rung zu Unter­stüt­zung für Oppo­si­ti­on im Iran auf

See­on (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die CSU ruft die Bun­des­re­gie­rung auf, „die ira­ni­sche Revo­lu­ti­on mit ech­ten Taten und kla­ren Posi­tio­nen zu unter­stüt­zen”. Die ira­ni­schen Revo­lu­ti­ons­gar­den müss­ten „EU-weit auf die Ter­ror­lis­te kom­men”, sag­te der Chef der CSU-Lan­des­grup­pe im Bun­des­tag, Alex­an­der Dob­rindt, vor Beginn einer drei­tä­gi­gen Klau­sur im ober­baye­ri­schen Klos­ter See­on. „Ihre Mit­glie­der müs­sen mit Ein­rei­se­sper­ren belegt und ihre Ver­mö­gens­wer­te in Euro­pa ein­ge­fro­ren werden.” 

In einem Papier der Lan­des­grup­pe, über das die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Zei­tung” (Frei­tags­aus­ga­be) berich­tet, heißt es zur Begrün­dung: „Die Revo­lu­ti­ons­gar­den tra­gen das Regime in Tehe­ran, unter­stüt­zen Ter­ror und Desta­bi­li­sie­rung im Nahen Osten und sind für die Waf­fen­lie­fe­run­gen an Russ­land ver­ant­wort­lich.” Die CSU ver­langt auch, das „Isla­mi­sche Zen­trum Ham­burg” umge­hend zu schlie­ßen. „Wir wol­len kei­ne Außen­po­li­tik mit Eti­ket­ten, son­dern Men­schen vor der Todes­stra­fe ret­ten.” Das Regime in Tehe­ran gehe seit Mona­ten bru­tal gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung vor. Gleich­zei­tig unter­stüt­ze es Russ­land im Angriffs­krieg gegen die Ukrai­ne mit Waf­fen­lie­fe­run­gen, stre­be nach einer Atom­bom­be und bestrei­te das Exis­tenz­recht Isra­els. „Wer den Drang nach Frei­heit unter­drückt, einen ande­ren Staat ver­nich­ten will und den Frie­den unter­wan­dert, darf kein Part­ner für Deutsch­land sein”, heißt es in dem Papier. Zudem will die CSU die euro­päi­sche Han­dels­po­li­tik wei­ter­ent­wi­ckeln. Euro­pa brau­che eine stär­ke­re stra­te­gi­sche Han­dels­po­li­tik, „die nicht nur auf die Gewähr­leis­tun­gen frei­er Märk­te, son­dern auch klar auf stra­te­gi­sche Inter­es­sen aus­ge­rich­tet ist”. Die freie Markt­wirt­schaft blei­be „das Leit­prin­zip unse­rer Wirt­schafts­po­li­tik”, aber sie set­ze auch die Bereit­schaft aller zur Teil­nah­me am frei­en Markt vor­aus. „Das ist ins­be­son­de­re mit Blick auf Chi­na min­des­tens nur ein­ge­schränkt gege­ben.” Deutsch­land brau­che eine erwei­ter­te Asi­en-Stra­te­gie mit mehr Diver­si­fi­zie­rung und Resi­li­enz und weni­ger Abhän­gig­keit von ein­zel­nen Regio­nen auf der Welt. „Wir wol­len moder­ne Han­dels­ver­ein­ba­run­gen mit den USA und Latein­ame­ri­ka und ein Frei­han­dels­ab­kom­men EU-ASEAN, die uns als Export­na­ti­on stär­ken, den frei­en Welt­han­del mit fai­ren inter­na­tio­na­len Wett­be­werbs­be­din­gun­gen ermög­li­chen und gleich­wer­ti­ge öko­lo­gi­sche und sozia­le Stan­dards för­dern”, heißt es wei­ter. Die Reak­ti­on auf den rus­si­schen Angriffs­krieg gegen die Ukrai­ne habe gezeigt, wie wich­tig ein star­kes Euro­pa für die Sicher­heit Deutsch­lands sei. Die Bewäl­ti­gung der zahl­rei­chen Kriegs­fol­gen zei­ge aber auch, dass die EU in vie­len Berei­chen – mili­tä­risch, wirt­schaft­lich, tech­no­lo­gisch – noch hand­lungs­fä­hi­ger wer­den und inter­na­tio­nal mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men und ihre Inter­es­sen selbst ver­tre­ten müs­se. „Wir wol­len daher eine grund­le­gen­de Reform­de­bat­te in der EU, in der auch die Fra­ge der Erwei­te­rung eine zen­tra­le Rol­le spielt.” Neben der EU-Voll­mit­glied­schaft bedür­fe es nach CSU-Mei­nung „wei­te­rer Koope­ra­tio­nen und Part­ner­schaf­ten für Län­der, die inte­gra­ler Teil Euro­pas sind, die noch nicht alle Bei­tritts­an­for­de­run­gen erfül­len und den­noch stär­ker an Euro­pa gebun­den wer­den soll­ten. Ihnen soll­te ermög­licht wer­den, sich an gemein­sa­men Pro­gram­men in ver­schie­de­nen Berei­chen – von Außen- und Sicher­heits­po­li­tik bis hin zu For­schung, Ener­gie, Ver­kehr oder Kli­ma­schutz – zu betei­li­gen.” Dabei sol­len Staa­ten in bestimm­ten Poli­tik­be­rei­chen wie etwa der Ver­tei­di­gung ver­tieft zusam­men­ar­bei­ten kön­nen. Gleich­zei­tig müs­se von Kan­di­da­ten­län­dern die kon­se­quen­te Erfül­lung der Kri­te­ri­en zu Demo­kra­tie, Men­schen­rech­ten und Rechts­staat­lich­keit gefor­dert wer­den. „Wir wol­len kei­ne auf­ge­bläh­te und trä­ge, son­dern eine hand­lungs­fä­hi­ge Euro­päi­sche Uni­on. Eine Voll­mit­glied­schaft der Tür­kei leh­nen wir ab.” Deutsch­land müs­se als stärks­te Volks­wirt­schaft und größ­tes Land in Euro­pa mehr Ver­ant­wor­tung über­neh­men. „Wir wol­len, dass Deutsch­land wie­der eine gestal­te­ri­sche Rol­le in Euro­pa ein­nimmt und euro­pa­weit für Ver­trau­en, Part­ner­schaft und Geschlos­sen­heit wirbt”, so das CSU-Papier. Dazu sol­le die Bun­des­re­gie­rung ins­be­son­de­re das Wei­ma­rer Drei­eck aus Polen, Frank­reich und Deutsch­land stär­ker akti­vie­ren. „Wir wol­len eine Bun­des­re­gie­rung, die Brü­cken baut, statt unse­ren euro­päi­schen Part­nern miss­traut”, heißt es hier­zu weiter.

Foto: Ira­ni­sche Bot­schaft, über dts Nachrichtenagentur

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