Daten­schüt­zer pla­nen Kla­ge gegen EU-US-Datenabkommen 

Wien (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der öster­rei­chi­sche Daten­schüt­zer Max Schrems hat die Plä­ne der EU-Kom­mis­si­on für eine Neu­re­ge­lung des euro­pä­isch-ame­ri­ka­ni­schen Daten­ver­kehrs scharf kri­ti­siert und mit Kon­se­quen­zen gedroht. Das von der Kom­mis­si­on ein­ge­lei­te­te Ver­fah­ren, das den USA ein ange­mes­se­nes Schutz­ni­veau für per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten beschei­ni­gen soll, die aus der EU an Unter­neh­men in den USA über­mit­telt wer­den, sei „eine bewuss­te Ver­let­zung rechts­staat­li­cher Prin­zi­pi­en und eine Miss­ach­tung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs”, sag­te Schrems dem „Han­dels­blatt” (Diens­tag­aus­ga­be). Schrems hat schon zwei Mal mit Kla­gen die Grund­la­gen für den Daten­ver­kehr vor dem Euro­päi­schen Gerichts­hof (EuGH) zu Fall gebracht und zieht dies nun erneut in Betracht. 

„Ich gehe zu 95 Pro­zent davon aus, dass wir auch gegen die neue Ent­schei­dung kla­gen wer­den”, sag­te der Vor­sit­zen­de der inter­na­tio­na­len Daten­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on Noyb. Die EU-Kom­mis­si­on hat­te Mit­te Dezem­ber vor­ge­schla­gen, den Daten­schutz in den USA als gleich­wer­tig mit dem euro­päi­schen anzu­er­ken­nen. Die Rede ist dabei von einer „Ange­mes­sen­heits­ent­schei­dung”, meh­re­re Gre­mi­en müs­sen die­se noch bestä­ti­gen. Schrems erklär­te dazu: „Bis­her haben wir weder in den Ent­schei­dun­gen der Ame­ri­ka­ner noch im Vor­schlag der EU-Kom­mis­si­on irgend­et­was gefun­den, was den Daten­fluss zwi­schen EU und USA recht­lich absi­chern wür­de.” Das sei­en „Ver­schö­ne­rungs­ver­su­che, nichts wei­ter”. Auch Baden-Würt­tem­bergs Daten­schutz­be­auf­trag­ter Ste­fan Brink äußer­te Zwei­fel an den Zusa­gen der US-Regie­rung zum Schutz der euro­päi­schen Daten vor dem Zugriff durch die ame­ri­ka­ni­schen Geheim­diens­te. Der EuGH habe ein voll­stän­di­ges Ende der anlass­lo­sen Über­wa­chung ver­langt. „Davon kann aber der­zeit nicht aus­ge­gan­gen wer­den”, sag­te Brink dem „Han­dels­blatt” (Diens­tag­aus­ga­be). Der vom EuGH gefor­der­te „Sys­tem­wech­sel fin­det somit nicht statt”.

Foto: Euro­päi­scher Gerichts­hof, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.