Ex-Chef der Schwei­zer Bahn macht sich über DB lustig

Basel (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bene­dikt Wei­bel, lang­jäh­ri­ger Chef der Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen (SBB), sieht hin­ter den noto­risch ver­spä­te­ten Zügen in Deutsch­land ein kul­tu­rel­les Pro­blem. „Das Wich­tigs­te ist die Dis­zi­plin des Per­so­nals”, sag­te er dem „Spie­gel”. Eisen­bah­ner sprä­chen vom „Auf-dem-Strich-Fah­ren”, also stur nach Plan. 

Es brau­che eine per­ma­nen­te Kon­zen­tra­ti­on auf den Bahn­be­trieb. „Sonst sind Sie ver­lo­ren.” Im Manage­ment der Deut­schen Bahn, so Wei­bel, sei das „nicht ange­kom­men”. „Auch des­we­gen sind die Deut­sche Bahn und ihre Füh­rungs­eta­ge ein Sanie­rungs­fall”, sag­te Wei­bel. Der Mana­ger stand den Schwei­ze­ri­schen Bun­des­bah­nen wäh­rend vie­ler Jah­re vor. Noch in den Sieb­zi­ger­jah­ren waren die Bah­nen in der Schweiz eben­falls maro­de, die Infra­struk­tur inef­fi­zi­ent und über­al­tert, Per­so­nal muss­te abge­baut wer­den. Zur Reform damals sag­te Wei­bel: „Wir haben uns jeden Tag mit der Pünkt­lich­keit befasst. Zu Beginn jeder wöchent­li­chen Sit­zung der Geschäfts­lei­tung wur­de aus­führ­lich über den ope­ra­tio­nel­len Betrieb gespro­chen. Ein­mal im Monat behan­del­ten wir einen detail­lier­ten Bericht mit den Ursa­chen von Ver­spä­tun­gen und Zugs­aus­fäl­len und lös­ten, falls not­wen­dig, Ver­bes­se­rungs­pro­jek­te aus.” In Deutsch­land kamen im ver­gan­ge­nen Jahr selbst nach der offi­zi­el­len Sta­tis­tik nur 65 Pro­zent der Fern­zü­ge pünkt­lich an.

Foto: ICE 1, über dts Nachrichtenagentur

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