Grü­ne und FDP kri­ti­sie­ren Wahl­rechts­vor­schlä­ge der Union

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Grü­ne und FDP haben die Vor­schlä­ge der Uni­on für ein neu­es Bun­des­tags­wahl­recht kri­ti­siert. Till Stef­fen, Bericht­erstat­ter der Grü­nen zu dem The­ma, warf CDU und CSU vor, die Pro­ble­me auf Kos­ten der ande­ren Par­tei­en zu lösen. Der Weg­fall der Aus­gleichs­man­da­te füh­re „zu einer kras­sen Ver­fäl­schung der Mehr­heits­ver­hält­nis­se”, sag­te Stef­fen der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” (Sams­tags­aus­ga­be).

Kon­stan­tin Kuh­le, stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der FDP-Frak­ti­on, wer­te­te es zwar als „gutes Zei­chen”, dass die Uni­on gesprächs­be­reit sei. Auch er monier­te aber, dass neue Regeln für die Zusam­men­set­zung des Bun­des­tags nicht dazu füh­ren dürf­ten, „dass eine Par­tei ein­sei­tig bevor­zugt” wer­de. Eine Annä­he­rung zwi­schen Ampel und Uni­on bei der Debat­te über die künf­ti­ge Aus­ge­stal­tung des Wahl­rechts rückt so in immer wei­te­re Fer­ne. Am Don­ners­tag hat­te es Tref­fen auf Ebe­ne der Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den von Uni­on und Ampel gege­ben, spä­ter auf Ebe­ne der Bericht­erstat­ter. „Nach den ers­ten Gesprä­chen habe ich nicht den Ein­druck, dass auf Sei­ten der Ampel gro­ße Ver­hand­lungs­be­reit­schaft über unser Modell besteht”, sag­te Thors­ten Frei, par­la­men­ta­ri­scher Geschäfts­füh­rer der Uni­ons­frak­ti­on. „Gleich­wohl wer­den wir wei­ter nach einer Lösung suchen, die von allen Par­tei­en mit­ge­tra­gen wer­den kann, so wie das in der Ver­gan­gen­heit stets gute par­la­men­ta­ri­sche Übung war.” Der Vor­schlag der Uni­on gebe den Grund­satz der per­so­na­li­sier­ten Ver­hält­nis­wahl nicht auf und ver­klei­ne­re zugleich den Umfang des Bun­des­ta­ges deut­lich. Die Uni­on hat­te vor­ge­schla­gen, die Anzahl der Wahl­krei­se von 299 auf 270 zu redu­zie­ren, außer­dem sol­len 15 Über­hang­man­da­te nicht aus­ge­gli­chen wer­den und die Grund­man­dats­klau­sel von drei auf fünf Direkt­man­da­te ange­ho­ben wer­den. Die­se sieht bis­lang vor, dass eine Par­tei, die an der Fünf-Pro­zent-Klau­sel schei­tert, den­noch ent­spre­chend ihrem Zweit­stim­men­er­geb­nis Abge­ord­ne­te in den Bun­des­tag ent­sen­den kann, wenn sie min­des­tens drei Direkt­man­da­te gewon­nen hat. Außer­dem sol­len Aus­gleichs­man­da­te für bis zu 15 Über­hang­man­da­te weg­fal­len. Bereits jetzt gilt, dass bis zu drei Über­hang­man­da­te nicht aus­ge­gli­chen wer­den. Bei der ver­gan­ge­nen Wahl waren 34 Über­hang­man­da­te ange­fal­len (dar­un­ter zwölf für die CDU und elf für die CSU), die zu 104 Aus­gleichs­man­da­ten führten.

Foto: Wahl­lo­kal, über dts Nachrichtenagentur

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