Grü­ne wol­len „Kon­troll­quit­tun­gen” bei Ein­sät­zen der Bundespolizei

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – In der Debat­te über die Novel­le des Bun­des­po­li­zei­ge­set­zes hat die Par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­re­rin der Grü­nen im Bun­des­tag, Ire­ne Miha­lic, die Ein­füh­rung von „Kon­troll­quit­tun­gen” der Bun­des­po­li­zei zur bes­se­ren Trans­pa­renz bei Ein­sät­zen gefor­dert. Es sei „wün­schens­wert, dass von Poli­zei­kon­trol­len betrof­fe­ne Per­so­nen eine Kon­troll­quit­tung erhal­ten, auf der der Grund der Kon­trol­le dar­ge­legt wird”, sag­te Miha­lic den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Sams­tag­aus­ga­ben). „Hier möch­ten wir zusam­men mit dem Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um an prak­ti­ka­ble­ren Lösun­gen arbeiten.” 

Die nun geplan­te Novel­le des Bun­des­po­li­zei­ge­set­zes sei „hier eine ech­te Chan­ce mehr Rechts­si­cher­heit für Per­so­nen­kon­trol­len zu schaf­fen und Dis­kri­mi­nie­rung vor­zu­beu­gen”, sag­te die Innen­po­li­ti­ke­rin. Seit Sep­tem­ber 2021 hat Bre­men bei der Lan­des­po­li­zei bereits das Aus­stel­len von „Quit­tun­gen” für Poli­zei­kon­trol­len ein­ge­führt. Nach der neu­en Vor­schrift ist nach Anga­ben der Bre­mer Innen­be­hör­de bei einer soge­nann­ten „anlass­lo­sen” Kon­trol­le an einem soge­nann­ten „beson­de­ren Kon­troll­ort” auf Ver­lan­gen der betrof­fe­nen Per­son „unver­züg­lich eine Beschei­ni­gung über die Iden­ti­täts­fest­stel­lung und ihren Grund aus­zu­stel­len”, heißt es auf Nach­fra­ge der Fun­ke-Zei­tun­gen. Das kön­nen Orte wie der Haupt­bahn­hof sein, oder Orte, an denen Waf­fen­ver­bots­zo­nen aus­ge­wie­sen sind. Seit der Ein­füh­rung 2021 wur­den erst 13 „Kon­troll­quit­tun­gen” aus­ge­stellt. Der Kri­mi­no­lo­gie und Poli­zei­for­scher Mar­tin Thü­ne spricht sich für eine Aus­wei­tung des Bre­mer Modells aus und befür­wor­tet das Aus­stel­len von „Kon­troll­quit­tun­gen” etwa bei der Bun­des­po­li­zei. „Wer der Poli­zei weit­ge­hen­de Befug­nis­se ermög­licht, der muss immer auch Aus­gleich schaf­fen zum Schutz der Per­sön­lich­keits­rech­te der Betrof­fe­nen von Poli­zei­kon­trol­len oder Über­wa­chungs­maß­nah­men, etwa bes­se­rer Daten­schutz, aber auch Trans­pa­renz bei der Kon­trol­le”, sag­te Thü­ne den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Dabei sind die Kon­troll­quit­tun­gen, wie sie Bre­men schon ver­teilt, ein wich­ti­ges Instru­ment.” Es schaf­fe „Sicher­heit und Trans­pa­renz für die kon­trol­lier­ten Men­schen, aber eben auch für die Poli­zis­ten selbst”, so Thü­ne. Die Ampel-Regie­rung will das Bun­des­po­li­zei­ge­setz novel­lie­ren. Ursprüng­lich woll­te das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um die Geset­zes­no­vel­le bereits noch in die­sem Jahr ins Kabi­nett brin­gen, nun wird sie für Janu­ar erwartet.

Foto: Bun­des­po­li­zei im Bahn­hof, über dts Nachrichtenagentur

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