Innen­mi­nis­te­ri­um plant Kenn­zeich­nungs­pflicht für Bundespolizisten

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Bun­des­re­gie­rung plant eine Kenn­zeich­nungs­pflicht für Bun­des­po­li­zis­ten. Das geht aus einem Ent­wurf für ein neu­es Bun­des­po­li­zei­ge­setz aus dem Haus von Innen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) her­vor, über den der „Spie­gel” berich­tet. Dem­nach sol­len Voll­zugs­be­am­te in Ein­satz­ein­hei­ten eine „tak­ti­sche Kenn­zeich­nung” tra­gen, anhand derer sie nach­träg­lich iden­ti­fi­zier­bar sind. 

So sol­len mög­li­che Straf­ta­ten oder Dienst­pflicht­ver­let­zun­gen von Poli­zis­ten leich­ter auf­ge­klärt wer­den kön­nen. Wie aus dem Gesetz­ent­wurf wei­ter her­vor­geht, sol­len alle neu ein­zu­stel­len­den Poli­zis­ten künf­tig zudem einer Sicher­heits­über­prü­fung durch den Ver­fas­sungs­schutz unter­zo­gen wer­den. Damit sol­le ver­hin­dert wer­den, dass Extre­mis­ten die Bun­des­po­li­zei unter­wan­der­ten. Die bei­den Vor­ha­ben sind Teil einer grö­ße­ren Reform. Mit der Novel­le soll die Arbeits­grund­la­ge der Bun­des­po­li­zei umfas­send über­ar­bei­tet wer­den. Das gel­ten­de Gesetz stammt von 1994. Bereits in der letz­ten Legis­la­tur plan­ten Uni­on und SPD eine grund­le­gen­de Moder­ni­sie­rung, doch das Vor­ha­ben schei­ter­te im Bun­des­rat. Im nun vor­lie­gen­den Ent­wurf aus Fae­sers Minis­te­ri­um sind auch eine Rei­he neu­er Befug­nis­se zur Gefah­ren­ab­wehr vor­ge­se­hen. So soll die Bun­des­po­li­zei etwa die Mög­lich­keit bekom­men, in bestimm­ten Fäl­len prä­ven­tiv Tele­fo­ne zu über­wa­chen oder den Stand­ort von Han­dys zu ermit­teln. Dadurch sol­len etwa grenz­über­schrei­ten­de Rei­se­rou­ten von Extre­mis­ten auf­ge­klärt wer­den kön­nen oder es soll ver­hin­dert wer­den, dass Men­schen unter Lebens­ge­fahr in Last­wa­gen oder Klein­trans­por­tern nach Deutsch­land ein­ge­schleust wer­den. Gere­gelt wer­den soll auch, wann die Bun­des­po­li­zei Droh­nen mit tech­ni­schen Mit­teln stop­pen darf, die etwa in der Nähe von Flug­hä­fen in der Luft krei­sen. Für den Kauf neu­er Droh­nen­ab­wehr­sys­te­me ver­an­schlagt die Bun­des­re­gie­rung rund 4,5 Mil­lio­nen Euro.

Foto: Bun­des­po­li­zei, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.