Lind­ner bremst geplan­te Waffenrechtsverschärfung

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Streit über ein schär­fe­res Waf­fen­recht zwi­schen den Libe­ra­len und Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) spitzt sich zu. Finanz­mi­nis­ter und FDP-Par­tei­chef Chris­ti­an Lind­ner hat das Vor­ha­ben auf Eis legen las­sen, berich­tet der „Spie­gel” in sei­ner aktu­el­len Aus­ga­be. Mit dem Wider­spruch sei­nes Minis­te­ri­ums kann ein Gesetz­ent­wurf aus dem Innen­mi­nis­te­ri­um vor­erst nicht in die Res­sort­ab­stim­mung gehen. 

Wie es aus Lind­ners Minis­te­ri­um heißt, soll das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um zunächst die bestehen­den Rege­lun­gen und Waf­fen­rechts­än­de­run­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re umfas­send über­prü­fen. Erst dann kön­ne beur­teilt wer­den, ob wei­te­re Geset­ze nötig sei­en oder ledig­lich der Voll­zug gel­ten­der Regeln ver­bes­sert wer­den müs­se. Soll­ten sich bei der Eva­lua­ti­on Schwach­stel­len zei­gen, wer­de das Finanz­mi­nis­te­ri­um Vor­ha­ben unter­stüt­zen, um die­se zu behe­ben. Die Libe­ra­len stö­ren sich dem Ver­neh­men nach auch dar­an, dass sich Fae­sers Vor­stoß nur auf lega­le Waf­fen bezie­he. Es müs­se jedoch vor allem der Umgang mit ille­ga­len Waf­fen über­prüft wer­den, heißt es aus Lind­ners Minis­te­ri­um. Um einen mög­li­chen Reform­be­darf beur­tei­len zu kön­nen, brau­che man hier zudem bes­se­re Sta­tis­ti­ken. Fae­ser hat­te vor weni­gen Tagen einen Gesetz­ent­wurf vor­ge­legt, mit dem ins­be­son­de­re Extre­mis­ten und psy­chisch Kran­ke bes­ser von Pis­to­len, Revol­vern und Geweh­ren fern­ge­hal­ten wer­den sol­len. In dem 48 Sei­ten lan­gen Ent­wurf war unter ande­rem vor­ge­se­hen, kriegs­waf­fen­ähn­li­che halb­au­to­ma­ti­sche Waf­fen kom­plett zu ver­bie­ten. Auch das Üben mit Geweh­ren, Pis­to­len und Revol­vern auf Schieß­stän­den soll stär­ker regle­men­tiert wer­den. Wäh­rend sich die FDP gegen das Vor­ha­ben stell­te, bekam die SPD Unter­stüt­zung von den Grü­nen. Der Hand­lungs­be­darf sei erheb­lich, sag­te der Grü­nen-Innen­po­li­ti­ker Mar­cel Emme­rich dem „Spie­gel”: „Es geht dabei nicht dar­um, Sport­schüt­zen oder Jäger zu gän­geln, son­dern, die­je­ni­gen, die eine Gefahr für die öffent­li­che Sicher­heit dar­stel­len, von Waf­fen fernzuhalten.”

Foto: Sport­waf­fen, über dts Nachrichtenagentur

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