Lin­ke will Bil­dungs­of­fen­si­ve für neue Lehr­kräf­te und Erzieher

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Ange­sichts des bun­des­wei­ten Leh­rer­man­gels an Schu­len hat die Par­tei­vor­sit­zen­de der Lin­ken, Jani­ne Wiss­ler, eine gemein­sa­me Kraft­an­stren­gung von Bund und Län­dern in Form einer Bil­dungs­of­fen­si­ve gefor­dert, um die Situa­ti­on zu ver­bes­sern. Eine Bil­dungs­of­fen­si­ve müs­se zum Ziel haben, dass 100.000 neue Lehr­kräf­te und 200.000 Erzie­her zusätz­lich ein­ge­stellt wer­den kön­nen, sag­te Wiss­ler dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Don­ners­tags­aus­ga­ben). Die Lin­ken-Par­tei­che­fin kri­ti­sier­te, Lehr­kräf­te wür­den dort am meis­ten feh­len, wo sie am nötigs­ten sind, in den benach­tei­lig­ten Stadtvierteln. 

„Der Zugang zu Bil­dung ist wei­ter­hin in Deutsch­land stark von der sozia­len Her­kunft abhän­gig”, bemän­gel­te Wiss­ler. Schul­so­zi­al­ar­beit sei ein wich­ti­ger Brü­cken­kopf, der an jeder Schu­le, egal wo und ich wel­chem Gebiet der Repu­blik, fest inte­griert wer­den müs­se, sag­te Wiss­ler. Auf 150 Schü­ler müs­se es min­des­tens eine Per­son für die Sozi­al­ar­beit geben, damit die­se Auf­ga­be dem Anspruch gerecht geleis­tet wer­den kön­ne, for­der­te die Par­tei­che­fin der Lin­ken. Wiss­ler nann­te die aktu­el­len Zah­len zum Leh­rer­man­gel „erschre­ckend” und einen „Weck­ruf”. Seit Jah­ren habe es War­nun­gen gege­ben, dass sich der Lehr­kräf­te­man­gel mas­siv ver­schär­fen wer­de und jah­re­lang habe man mit der ver­meint­li­chen „demo­gra­phi­schen Ren­di­te” begrün­det, dass man nicht genug Lehr­kräf­te aus­bil­det und ein­stellt. „Das rächt sich jetzt”, sag­te Wiss­ler. „Wir brau­chen eine gemein­sa­me Anstren­gung von Bund und Län­dern, um mehr Stu­di­en­plät­ze für das Lehr­amt und gute Arbeits­be­din­gun­gen für Lehr­kräf­te zu schaf­fen.” Dazu gehör­ten auch klei­ne­re Klas­sen, unbe­fris­te­te Ver­trä­ge und der Aus­bau der Schul­so­zi­al­ar­beit. „Hier darf sich die Ampel nicht aus der Ver­ant­wor­tung steh­len und auf die Zustän­dig­keit der Län­der ver­wei­sen”, sag­te Wiss­ler. Es sei Auf­ga­be der Bun­des­re­gie­rung, mit einer ver­nünf­ti­gen Steu­er­po­li­tik dafür zu sor­gen, dass die Län­der ihren Auf­ga­ben über­haupt nach­kom­men könn­ten. Die Wie­der­erhe­bung der Ver­mö­gens­steu­er, die voll­stän­dig an die Län­der gin­ge, könn­te die Bil­dungs­fi­nan­zie­rung auf neue Füße stellen.

Foto: Gang in einer Schu­le, über dts Nachrichtenagentur

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