Macron und Scholz wol­len Euro­pa mili­tä­risch stärken

Paris/Berlin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Frank­reichs Staats­prä­si­dent Emma­nu­el Macron und Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz sehen es ange­sichts des rus­si­schen Angriffs­kriegs gegen die Ukrai­ne als wesent­li­che Her­aus­for­de­rung für die EU an, „zu gewähr­leis­ten, dass Euro­pa noch sou­ve­rä­ner wird und über die geo­po­li­ti­schen Kapa­zi­tä­ten ver­fügt, die inter­na­tio­na­le Ord­nung zu gestal­ten”. In einem gemein­sa­men Bei­trag für die FAZ (Sams­tags­aus­ga­be) vor dem deutsch-fran­zö­si­schen Minis­ter­tref­fen am Sonn­tag schrei­ben sie, dass Euro­pa stär­ker in sei­ne Streit­kräf­te und sei­ne Rüs­tungs­in­dus­trie inves­tie­ren müs­se. Das för­de­re auch die trans­at­lan­ti­schen Bezie­hun­gen: „Ver­bes­ser­te euro­päi­sche Fähig­kei­ten und ein stär­ke­rer euro­päi­scher Pfei­ler in der NATO machen uns auch für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu einem stär­ke­ren Part­ner auf der ande­ren Sei­te des Atlan­tiks – bes­ser aus­ge­rüs­tet, effi­zi­en­ter und schlagkräftiger.” 

Macron hat­te am Frei­tag­nach­mit­tag für die Jah­re 2024 bis 2030 eine Ver­dopp­lung des Wehr­etats im Ver­gleich zum Jahr 2019 ange­kün­digt. Das Tref­fen der bei­den Regie­run­gen fin­det am 60. Jah­res­tag der Unter­zeich­nung des Ely­sée-Ver­trags am 22. Janu­ar 1963 durch Prä­si­dent Charles de Gaul­le und Bun­des­kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er statt. Mit dem Abkom­men sei­en „Jahr­zehn­te, wenn nicht gar Jahr­hun­der­te bit­te­rer Riva­li­tä­ten und blu­ti­ger Krie­ge zwi­schen unse­ren bei­den Län­dern im Her­zen Euro­pas über­wun­den” wor­den, schrei­ben deren heu­ti­ge Nach­fol­ger. Russ­lands Krieg gegen die Ukrai­ne sei eine Mah­nung, den Traum der Grün­der­vä­ter Euro­pas von einem Kon­ti­nent des Frie­dens „vor sei­nem Unter­gang zu bewah­ren”. Die ange­streb­te geo­po­li­ti­sche Stär­ke bemes­se sich nicht nur in mili­tä­ri­schen Mit­teln, so Macron und Scholz, son­dern auch in „Resi­li­enz und unse­rer Fähig­keit, in stra­te­gi­schen Berei­chen zukunfts­ori­en­tiert zu han­deln”. Dazu gehö­re eine Diver­si­fi­zie­rung bei „stra­te­gi­schen Ver­sor­gungs­gü­tern”. Außer­dem müs­se sich Euro­pa auf­ma­chen, „der ers­te kli­ma­neu­tra­le Kon­ti­nent der Welt zu wer­den”. Über den Weg zu die­sem Ziel schrei­ben sie: „Wir wer­den dabei natio­na­le Ent­schei­dun­gen beim Ener­gie­mix akzep­tie­ren.” Frank­reich setzt unter Prä­si­dent Macron auf den Aus­bau der Atom­kraft, wäh­rend in Deutsch­land die letz­ten Atom­kraft­wer­ke in die­sem Früh­jahr vom Netz gehen sol­len. Als wei­te­re Zie­le benen­nen Macron und Scholz, dass Euro­pa „zu einem welt­weit füh­ren­den Ort für Pro­duk­ti­on und Inno­va­ti­on” wird, sowie dass „wirt­schaft­li­cher und sozia­ler Fort­schritt mit einem öko­lo­gi­schen Wan­del einhergehen”.

Foto: Fah­nen von Deutsch­land, Frank­reich und der EU, über dts Nachrichtenagentur

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