Özd­emir will pri­va­te Hal­tung exo­ti­scher Tie­re verbieten

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter Cem Özd­emir will die Hal­tung bestimm­ter Tier­ar­ten ver­bie­ten. „War­um braucht jemand etwa anspruchs­voll zu hal­ten­de, exo­ti­sche Tie­re wie Schlan­gen oder ein Cha­mä­le­on zu Hau­se? Das habe ich nie ver­stan­den”, sag­te der Grü­nen-Poli­ti­ker den Part­ner­zei­tun­gen der Neu­en Ber­li­ner Redak­ti­ons­ge­sell­schaft (Don­ners­tag­aus­ga­ben). Özd­emir kann sich „eine Posi­tiv­lis­te vor­stel­len, also eine Auf­lis­tung mit Tie­ren, deren Hal­tung erlaubt ist”. 

Dafür set­ze er sich auf EU-Ebe­ne ein. Özd­emir begrün­de­te sei­nen Vor­stoß damit, dass die Tier­hei­me mit Pro­ble­men kon­fron­tiert sei­en, die man sich als Außen­ste­hen­der gar nicht vor­stel­len kön­ne. „Man­che Men­schen legen sich Tie­re zu, die aus mei­ner Sicht in pri­va­ten Haus­hal­ten nichts zu suchen haben”, sag­te Özd­emir. Die Hei­me wür­den die­se Tie­re dann nicht los, sie erzeug­ten aber hohe Kos­ten und Auf­wand. „Als Koali­ti­on soll­ten wir gemein­sam nach Lösun­gen suchen”, so der Land­wirt­schafts­mi­nis­ter. Unter­stüt­zung für sei­nen Vor­stoß erhält Özd­emir vom Deut­schen Tier­schutz­bund. „Statt einer lan­gen Ver­bots­lis­te wür­de eine sol­che Posi­tiv­lis­te nur die Tier­ar­ten auf­füh­ren, die auch tat­säch­lich beden­ken­los gehal­ten wer­den kön­nen”, sag­te die Spre­che­rin Hes­ter Pom­me­re­ning. Aus Sicht der Tier­schüt­zer soll­ten auf einer sol­chen Posi­tiv­lis­te in ers­ter Linie domes­ti­zier­te Tier­ar­ten ste­hen, die über hun­der­te oder sogar tau­sen­de Gene­ra­tio­nen hin­weg gezüch­tet und gene­tisch an das Leben mit dem Men­schen ange­passt wur­den. „Wild­tie­re hin­ge­gen soll­ten aus Tier­schutz­sicht grund­sätz­lich nicht in Pri­vat­haus­hal­ten gehal­ten wer­den”, so Pom­me­re­ning. Kri­tik an der Idee kommt vom Ver­band der Zoo­lo­gi­schen Gär­ten (VdZ). „Posi­tiv­lis­ten kön­nen bewir­ken, dass in Zukunft eine grö­ße­re Anzahl an Tie­ren ille­gal erwor­ben wird und im Ver­bor­ge­nen ohne aus­rei­chen­de vete­ri­när­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung leben muss”, sag­te VdZ-Geschäfts­füh­rer Vol­ker Homes. Dadurch wer­de die Auf­ga­be, die­se Per­so­nen zu errei­chen und bei der Hal­tung zu unter­stüt­zen, nicht einfacher.

Foto: Kro­ko­dil, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.