Pis­to­ri­us ver­tei­digt Aus­sa­gen über Russland-Sanktionen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der desi­gnier­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Boris Pis­to­ri­us (SPD) hat sei­ne Aus­sa­gen über Russ­land aus dem Jahr 2018 ver­tei­digt. Damals hat­te er in der „Süd­deut­schen Zei­tung” hin­sicht­lich der Sank­tio­nen gegen Russ­land gefragt, „ob die Instru­men­te die rich­ti­gen sind”. Nun sag­te Pis­to­ri­us der „Bild” (Mitt­wochs­aus­ga­be): „Ich habe nicht die Sank­tio­nen an sich oder deren Ziel kri­ti­siert, son­dern wie vie­le ande­re deren Wirk­sam­keit hin­ter­fragt. Die heu­ti­gen Sank­tio­nen sind mit den Sank­tio­nen von damals nicht zu ver­glei­chen und wir­ken auch, wie wir wissen.” 

Aus der CDU kommt deut­li­che Kri­tik an Pis­to­ri­us. „Der Nächs­te aus der Russ­land-Con­nec­tion nimmt sei­nen Platz im Bun­des­ka­bi­nett ein”, sag­te der aus Nie­der­sach­sen stam­men­de Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Til­man Kuban. „Boris Pis­to­ri­us muss jetzt den Neu­an­fang in der Ukrai­ne-Poli­tik deut­lich machen und sei­ne frü­her offen kreml­freund­li­che Linie hin­ter sich las­sen.” Die CDU-Abge­ord­ne­te Kat­ja Lei­kert sag­te, Pis­to­ri­us sei in der Ver­gan­gen­heit mit russ­land­freund­li­chen Posi­tio­nen auf­ge­fal­len. „Ich fän­de es des­halb nur rich­tig, wenn er zum Start in sein neu­es Amt erklärt, ob und wie sich sei­ne Posi­ti­on in den letz­ten Jah­ren ent­wi­ckelt hat – und wo er heu­te steht.” Der ukrai­ni­sche Vize­au­ßen­mi­nis­ter Andrij Mel­nyk for­dert Pis­to­ri­us auf, sich wegen sei­ner frü­he­ren Aus­sa­gen noch stär­ker für die Ukrai­ne zu enga­gie­ren. Eine „mas­si­ve Auf­sto­ckung deut­scher Waf­fen­lie­fe­run­gen wäre die bes­te Ant­wort auf frü­he­re Äuße­run­gen in Bezug auf Russ­land”, sag­te Mel­nyk der „Bild”. Ende 2016 nahm Pis­to­ri­us an einer Gesprächs­run­de mit den wich­tigs­ten rus­si­schen Diplo­ma­ten in Deutsch­land teil, dis­ku­tier­te mit dem dama­li­gen Bot­schaf­ter Wla­di­mir Gri­nin und dem dama­li­gen Kon­sul Iwan Cho­tu­lew über die Wei­ter­ent­wick­lung deutsch-rus­si­scher Bezie­hun­gen. Ein­ge­la­den hat­te ein SPD-Poli­ti­ker, der frü­he­re Hono­rar­kon­sul Russ­lands Hei­ko Wie­se. Pis­to­ri­us warb einem Zei­tungs­be­richt zufol­ge für Städ­te­part­ner­schaf­ten zwi­schen deut­schen und rus­si­schen Städ­ten. Zu die­sem Punkt hat­te Russ­land bereits die Krim über­fal­len und den Krieg in der Ost-Ukrai­ne begonnen.

Foto: Fah­ne von Russ­land, über dts Nachrichtenagentur

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