Poli­zei­ge­werk­schaft kri­ti­siert Fae­sers „Akti­ons­plan”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Deut­sche Poli­zei­ge­werk­schaft (DPolG) kri­ti­siert den deutsch-schwei­ze­ri­schen Akti­ons­plan von Innen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) zur Ver­mei­dung ille­ga­ler Migra­ti­on über die Schweiz als unzu­rei­chend. „Wenn man sich den Grenz­ab­schnitt Schweiz zu Deutsch­land betrach­tet – von Bahn­stre­cken bis Stra­ßen­über­gän­ge – dann ist der Akti­ons­plan ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein”, sag­te DpolG-Vize Hei­ko Teg­gatz der „Bild-Zei­tung” (Diens­tag­aus­ga­be). Die der­zei­ti­ge Pra­xis der Schlei­er­fahn­dun­gen sei nicht zu ver­glei­chen mit sta­tio­nä­ren Grenzkontrollen. 

„Das ist eine bewuss­te Poli­tik, die Frau Fae­ser betreibt. Sie ver­mischt Migra­ti­on und Zuwan­de­rung.” Kern der Kri­tik ist, dass der „Akti­ons­plan” zwi­schen Schweiz und Deutsch­land nichts an der Migra­ti­ons­be­we­gung zwi­schen den bei­den Nach­bar­län­dern ände­re, da Grenz­kon­trol­len und Zurück­wei­sun­gen nur bei Basel zu Weil am Rhein sei­tens der deut­schen Bun­des­po­li­zei statt­fin­den. An allen ande­ren Grenz­über­gän­gen zur Schweiz gibt es nur soge­nann­te „Schlei­er­fahn­dun­gen” ohne Zurück­wei­sun­gen. Ins­ge­samt wur­den laut Bun­des­po­li­zei im Jahr 2022 über 9.716 uner­laubt ein­ge­reis­te Per­so­nen über die Schweiz-Rou­te fest­ge­stellt. Der Poli­zei­ge­werk­schaft­ler Manu­el Oster­mann wirft der Innen­mi­nis­te­rin vor, sie wür­de mit dem Abkom­men nur „Sym­bol­po­li­tik” betrei­ben. „Für die Sicher­heits­be­hör­den ändert sich kaum etwas und der Migra­ti­ons­druck auf Deutsch­land bleibt kon­se­quent hoch”, sag­te Oster­mann „Bild”. Und wei­ter: „Die rhe­to­ri­schen Flos­keln der Minis­te­rin ändern nichts an dem Fakt, dass es kei­ne Grenz­kon­trol­len gibt. Hier wird mit Rhe­to­rik ver­sucht, das Sicher­heits­ge­fühl der Bevöl­ke­rung zu stär­ken, aber fak­tisch schwächt man die Sicher­heit.” Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um teil­te auf „Bild”-Anfrage mit, aus poli­zei­tak­ti­schen Maß­nah­men kei­ne Aus­kunft über Kon­trol­lört­lich­kei­ten geben zu kön­nen. „Die Maß­nah­men wer­den unter­halb der Schwel­le von Bin­nen­grenz­kon­trol­len lage­an­ge­passt, zeit­lich und räum­lich fle­xi­bel umge­setzt (sog. Schlei­er­fahn­dung)”, sag­te ein Sprecher.

Foto: Nan­cy Fae­ser, über dts Nachrichtenagentur

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