Reser­vis­ten fürch­ten wegen Raz­zia Generalverdacht

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach den Raz­zi­en bei einer mut­maß­li­chen „Reichsbürger”-Terrorgruppe, zu der auch Bun­des­wehr­sol­da­ten und Poli­zis­ten gehö­ren, fürch­tet der Prä­si­dent des Ver­ban­des der Reser­vis­ten der Deut­schen Bun­des­wehr, Patrick Sen­s­burg, einen Gene­ral­ver­dacht gegen Mit­glie­der von Sicher­heits­be­hör­den und Streit­kräf­ten. Es gebe sei­ner Ansicht nach kein struk­tu­rel­les Extre­mis­mus­pro­blem bei den Reser­vis­ten oder akti­ven Sol­da­ten der Bun­des­wehr. „Davon bin ich über­zeugt”, sag­te Sen­s­burg der „Rhei­ni­schen Post” (Sams­tag).

Aller­dings hät­ten die Raz­zi­en zwei Din­ge gezeigt: „Ers­tens brau­chen wir viel kon­se­quen­te­res Durch­grei­fen gegen Men­schen wie den Bun­des­wehr-Oberst a.D. Maxi­mi­li­an Eder, der unter den Fest­ge­nom­me­nen ist.” Er sei bekannt für sei­ne Ein­stel­lun­gen, gegen ihn wür­den Straf­ver­fah­ren lau­fen, „und trotz­dem läuft er wei­ter­hin in Uni­form durchs Land und ver­brei­tet sei­ne kru­den Theo­rien und dies bei vol­len Pen­si­ons­be­zü­gen”, kri­ti­sier­te Sen­s­burg. Sol­che Per­so­nen müss­ten viel schnel­ler aus dem Dienst ent­fernt wer­den samt Strei­chung der Pri­vi­le­gi­en von Staats­be­diens­te­ten. „Zwei­tens brau­chen wir mehr Sen­si­bi­li­sie­rungs­maß­nah­men in den robus­ten Ein­hei­ten von Bun­des­wehr, Poli­zei und ande­ren Sicher­heits­be­hör­den”, sag­te er. „Die Mit­glie­der des Kom­man­do Spe­zi­al­kräf­te der Bun­des­wehr und von Son­der­ein­satz­kom­man­dos der Poli­zei haben einen har­ten Job, sind schwer bewaff­net und sehen sich zurecht als Eli­te. Das kann aber dazu füh­ren, dass sie abhe­ben, sich für etwas Bes­se­res jen­seits der übli­chen Regeln hal­ten”, warn­te Sen­s­burg. „Und das darf nicht pas­sie­ren. Wir brau­chen bes­se­re Struk­tu­ren inner­halb der Sicher­heits­be­hör­den, um eine Radi­ka­li­sie­rung sol­cher Kräf­te zu verhindern.”

Foto: Bun­des­wehr-Sol­da­ten, über dts Nachrichtenagentur

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