Rött­gen kri­ti­siert Iran-Poli­tik der Bundesregierung

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der CDU-Außen­po­li­ti­ker Nor­bert Rött­gen hat dem Aus­wär­ti­gen Amt vor­ge­wor­fen, die Pro­tes­te im Iran nicht mit der not­wen­di­gen Prio­ri­tät zu unter­stüt­zen. Das Minis­te­ri­um unter Lei­tung von Anna­le­na Baer­bock (Grü­ne) wei­ge­re sich, sich für eine Auf­nah­me der ira­ni­schen Revo­lu­ti­ons­gar­den in die EU-Ter­ror­lis­te ein­zu­set­zen und täu­sche die Öffent­lich­keit über die Grün­de dafür, sag­te Rött­gen dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Don­ners­tag­aus­ga­ben). „Das Aus­wär­ti­ge Amt hat öffent­lich und gegen­über dem Bun­des­tag erklärt, die Revo­lu­ti­ons­gar­den sei­en des­halb nicht auf der Ter­ror­lis­te der EU, weil dafür Ermitt­lun­gen oder ein Urteil wegen Ter­ror­de­lik­ten in einem Mit­glied­staat der EU vor­lie­gen müss­ten”, sag­te Röttgen. 

Die­se Aus­sa­ge sei dop­pelt falsch: „Wie das Aus­wär­ti­ge Amt weiß, aber ver­schwie­gen hat, sind ers­tens nach EU-Recht auch Ermitt­lun­gen und Urtei­le in ande­ren Staa­ten erfasst”, so der CDU-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te. Das Aus­wär­ti­ge Amt wis­se, dass ein Urteil eines US-Bun­des­ge­richts gegen die Revo­lu­ti­ons­gar­den wegen Ter­ro­ris­mus vor­lie­ge. Zudem fän­den der­zeit Ermitt­lun­gen wegen Ter­ror­de­lik­ten gegen Ange­hö­ri­ge der Revo­lu­ti­ons­gar­den in Deutsch­land statt. Damit bezog sich Rött­gen auf Ermitt­lun­gen des Gene­ral­bun­des­an­walts nach Anschlä­gen auf Syn­ago­gen im Ruhr­ge­biet. Die Ermitt­ler ver­mu­ten die isla­mi­sche Repu­blik hin­ter den Taten. „Der angeb­li­che recht­li­che Grund, war­um die Revo­lu­ti­ons­gar­den nicht auf der EU-Ter­ror­lis­te ste­hen, ist also nach­weis­lich vor­ge­scho­ben”, sag­te Rött­gen. „Der Grund, war­um das Aus­wär­ti­ge Amt die Öffent­lich­keit und den Bun­des­tag über die Rechts­la­ge wis­sent­lich täuscht, ist, dass für das Aus­wär­ti­ge Amt in Wahr­heit die Unter­stüt­zung der pro­tes­tie­ren­den Men­schen im Iran kei­ne Prio­ri­tät hat”, sag­te der CDU-Außen­ex­per­te. „Die Prio­ri­tät der deut­schen und euro­päi­schen Außen­po­li­tik liegt dar­in, ein Atom­ab­kom­men mit dem Regime in Tehe­ran zu ver­ein­ba­ren”, sag­te er. Dabei unter­lie­ge auch das Aus­wär­ti­ge Amt einem dop­pel­ten Irr­tum. „Ers­tens spielt das Regime mit den Euro­pä­ern, es will die Atom­waf­fe, Iran ist min­des­tens kurz davor, Plu­to­ni­um ange­rei­chert zu haben.” Die deut­sche und euro­päi­sche Außen­po­li­tik ver­ken­ne im Gegen­satz zur US-Poli­tik, dass jetzt im Iran die Stun­de der Wahr­heit geschla­gen habe, sag­te Rött­gen. „Man muss sich jetzt ent­schei­den, ent­we­der für die Revo­lu­ti­on der Frei­heit oder für das Regime zu sein. Die Ent­schei­dung, die Revo­lu­ti­ons­gar­den auf die EU-Ter­ror­lis­te zu set­zen, wäre die Ent­schei­dung gegen das Mul­lah-Regime”, sag­te Rött­gen. Die­se Ent­schei­dung wol­le Anna­le­na Baer­bock aber nicht tref­fen. „Dar­um wird die Öffent­lich­keit getäuscht. Deutsch­land und Euro­pa ste­hen in der Iran-Fra­ge in beschä­men­der Wei­se auf der fal­schen Sei­te der Geschich­te”, so Röttgen.

Foto: Ira­ni­sche Bot­schaft, über dts Nachrichtenagentur

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