Rüs­tungs­in­dus­trie will „lang­fris­ti­ge Lieferverträge”

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – In der Debat­te um Pan­zer­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne haben Ver­tre­ter der Rüs­tungs­in­dus­trie von der Bun­des­re­gie­rung „lang­fris­ti­ge Rah­men­ver­trä­ge über Rüs­tungs­lie­fe­run­gen” gefor­dert. „Nur auf einer sol­chen siche­ren Grund­la­ge kann die Indus­trie Ersatz­tei­le auf Vor­rat pro­du­zie­ren, aber auch Lie­fer­ka­pa­zi­tä­ten ins­ge­samt aus­bau­en”, sag­te Kurt Bra­atz, Lei­ter Gesamt­kom­mu­ni­ka­ti­on des Pan­zer­bau­ers KNDS mit Sitz in Ams­ter­dam, den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Frei­tag­aus­ga­ben). Zu KNDS gehört auch der deut­sche Rüs­tungs­her­stel­ler Krauss-Maf­fei Weg­mann (KMW), der den Kampf­pan­zer vom Typ Leo­pard herstellt. 

„Es ist für die Rüs­tungs­in­dus­trie weder recht­lich noch wirt­schaft­lich mög­lich, ein­fach mal Kriegs­waf­fen zu pro­du­zie­ren und dar­auf zu hof­fen, dass irgend­wann Lie­fer­ver­trä­ge abge­schlos­sen wer­den”, sag­te Bra­atz. „Es muss umge­kehrt lau­fen: Erst die Ver­trä­ge, dann der Auf­bau der Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten und die Lie­fe­run­gen. Die Indus­trie wird das dann schon stem­men.” Die Pan­zer-Lager des deut­schen Leo­pard-Her­stel­lers KMW sei­en der­zeit leer, hob der Indus­trie­ver­tre­ter her­vor. „KMW hat kei­ne Leo­pard 2 mehr ein­ge­la­gert.” Meh­re­re Staa­ten wie Spa­ni­en, Finn­land, Polen und Däne­mark hat­ten erklärt, Kampf­pan­zer vom Typ Leo­pard an die Ukrai­ne aus­zu­lie­fern, sofern die Bun­des­re­gie­rung einer Aus­fuhr geneh­migt. Indus­trie­ver­tre­ter Bra­atz zufol­ge sei es sinn­voll, im Fall einer Lie­fe­rung an die Ukrai­ne die Pan­zer vor­her „auf einen gemein­sa­men Rüst­stand zu brin­gen, denn obwohl es sich durch­weg um Leo­pard 2 A4 han­delt, unter­schei­den sie sich in Ein­zel­hei­ten”. In Finn­land müss­ten sie etwa win­ter­fest sein, in Spa­ni­en etwa hit­ze­re­sis­tent. „Die ukrai­ni­sche Armee aber braucht einen ein­heit­li­chen Stan­dard, an dem wir die Sol­da­ten aus­bil­den kön­nen”, sag­te Bra­atz. „Zudem ist der Zustand der Pan­zer aus den jewei­li­gen Staa­ten ganz unter­schied­lich, so dass sich schwer sagen lässt, wie viel Zeit man für ihre Reak­ti­vie­rung braucht. Mit sechs Mona­ten pro Fahr­zeug wird man ver­mut­lich rech­nen müssen.”

Foto: Pan­zer-Trans­port auf der Auto­bahn, über dts Nachrichtenagentur

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