Scholz dämpft Erwar­tun­gen an EU-Lösung in Energiekrise

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) erwar­tet wei­ter schwie­ri­ge Ver­hand­lun­gen über gemein­sa­me Ant­wor­ten der EU auf die der­zei­ti­ge Ener­gie­kri­se. Es gebe kei­ne „ein­fa­chen Sofort­lö­sun­gen” beim gemein­sa­men Ein­kauf von Gas, sag­te er am Mitt­woch in einer Regie­rungs­er­klä­rung im Bun­des­tag. „Zum Bei­spiel kön­nen wir nicht so in Prei­se ein­grei­fen, dass dann zu wenig Gas nach Euro­pa gelie­fert wird.” 

Die­se Ein­sicht sei auch wich­tig für die Ver­stän­di­gung, an der der Ener­gie­rat der EU am Diens­tag wei­ter­ge­ar­bei­tet habe. Der Kanz­ler bekräf­ti­ge aber, dass man wei­ter am gemein­sa­men Ein­kauf von Gas arbei­te. Ziel sei es, dass man die Spei­cher auch im kom­men­den Jahr „gut fül­len” kön­ne. Scholz reist noch am Mitt­woch zum EU-ASE­AN-Gip­fel nach Brüs­sel. Es ist das ers­te Gip­fel­tref­fen der EU mit dem süd­ost­asia­ti­schen Staa­ten­bund. Offi­zi­ell soll der Ter­min die Gele­gen­heit bie­ten, „das Bekennt­nis der EU und ihrer Mit­glied­staa­ten zur stra­te­gi­schen Part­ner­schaft zwi­schen der EU und dem ASEAN erneut zu bekräf­ti­gen”. Der Gip­fel soll dabei als eine Art poli­ti­sches Forum fun­gie­ren. Scholz sieht den Ter­min als Zei­chen dafür, dass die Vor­stel­lung einer bipo­la­ren Ära, in der sich alles um die USA und Chi­na dre­he, an der glo­ba­len Wirk­lich­keit vor­bei­ge­he, wie er in sei­ner Regie­rungs­er­klä­rung sag­te. Der Kanz­ler geht davon aus, dass die Welt des 21. Jahr­hun­derts eine „mul­ti­po­la­re” sein wer­de. „Wenn es um Lösun­gen für die gro­ßen glo­ba­len The­men geht – Kli­ma­schutz, Pan­de­mien, Bio­di­ver­si­tät oder Digi­ta­li­sie­rung -, dann müs­sen wir unse­re Net­ze wei­ter aus­wer­fen”, so Scholz. „Dann müs­sen wir nicht nur unse­re Lie­fer­ket­ten diver­si­fi­zie­ren, son­dern auch unse­re Ver­bin­dun­gen in alle Tei­le der Welt.” Nötig sei­en „enge und ver­trau­ens­vol­le Part­ner­schaf­ten”, beson­ders mit Natio­nen in Asi­en, in Afri­ka, in Latein­ame­ri­ka und in der Kari­bik. Anlass für die Regie­rungs­er­klä­rung am Mitt­woch war auch das regu­lä­re Tref­fen der EU-Staats- und Regie­rungs­chefs, wel­ches am Don­ners­tag in Brüs­sel statt­fin­det. Dabei soll es um den Ukrai­ne-Krieg und um die The­men Ener­gie und Wirt­schaft sowie Sicher­heit und Ver­tei­di­gung, die süd­li­che Nach­bar­schaft der EU und die Außen­be­zie­hun­gen gehen.

Foto: Olaf Scholz am 14.12.2022 im Bun­des­tag, über dts Nachrichtenagentur

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