See­manns­mis­si­on fürch­tet Strei­chung des mari­ti­men Koordinators

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Deut­sche See­manns­mis­si­on kri­ti­siert die Vakanz des mari­ti­men Koor­di­na­tors der Bun­des­re­gie­rung. Der Inter­es­sen­ver­band der See­leu­te fürch­tet, dass die Bran­che künf­tig kei­nen direk­ten Ansprech­part­ner mehr im Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um haben wird. Die bis­he­ri­ge Inha­be­rin des Amtes, Clau­dia Mül­ler (Grü­ne), wech­selt ins Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um und wird Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin unter ihrem Par­tei­kol­le­gen Cem Özdemir. 

Eine Nach­fol­ge ist offen. „Die See­leu­te fal­len ohne eine direk­te Ansprech­part­ne­rin durchs Ras­ter, es droht Cha­os”, sag­te Mat­thi­as Ristau, Gene­ral­se­kre­tär der Deut­schen See­manns­mis­si­on, der „Rhei­ni­schen Post” (Don­ners­tags­aus­ga­be). Der Abgang von Clau­dia Mül­ler sei ein Ver­lust, so der Ver­bands­funk­tio­när. „Die mari­ti­me Wirt­schaft wird in der natio­na­len Spit­zen­po­li­tik ohne­hin schon zu wenig gese­hen, dabei spre­chen wir von einem der wich­tigs­ten Wirt­schafts­zwei­ge Deutsch­lands mit mehr als 50 Mil­li­ar­den Umsatz”, sag­te Ristau. Beson­ders wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie habe die mari­ti­me Koor­di­na­ti­on der Bun­des­re­gie­rung Wich­ti­ges bewirkt, etwa bei Ein­rei­se­ver­ord­nun­gen. „Die­se Stel­le jetzt zu strei­chen, wäre das völ­lig fal­sche Signal”, sag­te Ristau. Das Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um wider­sprach auf Anfra­ge Medi­en­be­rich­ten, wonach es bereits aus­ge­mach­te Sache sei, dass die Stel­le nicht neu besetzt wer­de. Statt­des­sen hieß es aus dem Minis­te­ri­um unter Lei­tung von Robert Habeck: „Über die Nach­be­set­zung wird noch ent­schie­den.” Druck kommt unter­des­sen auch von der CDU. Die Anlie­gen der mari­ti­men Wirt­schaft dürf­ten nicht zwi­schen den Res­sorts ver­sa­cken, es brau­che einen kon­kre­ten Ansprech­part­ner und die Bün­de­lung des The­mas in einer Per­son. „Umso erstaun­li­cher ist, dass Wirt­schafts­mi­nis­ter Habeck nicht in der Lage ist, hier eine zügi­ge Per­so­nal­ent­schei­dung zu tref­fen”, sag­te Julia Klöck­ner, wirt­schafts­po­li­ti­sche Spre­che­rin der CDU-Bun­des­tags­frak­ti­on. „Es geht hier um die Inter­es­sen des Wirt­schafts- und Arbeits­stand­orts Deutschland.”

Foto: Con­tai­ner­schiff, über dts Nachrichtenagentur

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