Uni­on bekennt sich zur Genschere

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Uni­ons­frak­ti­on im Bun­des­tag will sich stär­ker als bis­her für den Ein­satz von Tech­no­lo­gie in der Land­wirt­schaft ein­set­zen. Das sag­te der agrar­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU/C­SU-Frak­ti­on, Albert Ste­ge­mann, der „Welt am Sonn­tag”. Dazu gehört, dass sich die Abge­ord­ne­ten ein­deu­ti­ger zur Gen­sche­re „Crispr/Cas” posi­tio­nie­ren als bisher. 

„Vor dem Hin­ter­grund des Kli­ma­wan­dels müs­sen neue Züch­tungs­me­tho­den wie Crispr/Cas end­lich zuge­las­sen wer­den”, sag­te Ste­ge­mann. Dar­über sei­en sich die Uni­ons­po­li­ti­ker aus ver­schie­de­nen Par­tei-Strö­mun­gen inzwi­schen einig. Die Frak­ti­on plant für Diens­tag den Beschluss eines ent­spre­chen­den Bun­des­tags­an­trags. In acht Punk­ten umreißt die Oppo­si­ti­ons­frak­ti­on ihre agrar­po­li­ti­schen For­de­run­gen. Dar­un­ter ist dem Bericht zufol­ge auch die Zulas­sung von neu ent­wi­ckel­ten Pflan­zen­schutz­mit­teln. „Bei die­sen Inno­va­tio­nen steht Minis­ter Özd­emir aus Rück­sicht auf die grü­ne Basis wei­ter­hin auf der Brem­se”, sag­te Ste­ge­mann. Ange­sichts der Kli­ma­kri­se müs­se Euro­pa tech­no­lo­gie­of­fe­ner agie­ren, um die Ernäh­rungs­si­cher­heit zu gewähr­leis­ten, fin­det er. „Wir brau­chen daher eine Neu­jus­tie­rung der euro­päi­schen und natio­na­len Agrar­po­li­tik.” Die Fol­gen des Ukrai­ne-Kriegs zeig­ten, wie wich­tig es sei, dass sich Euro­pa selbst mit Nah­rungs­mit­teln ver­sor­gen kön­ne: „Vol­le Rega­le im Super­markt sind nicht selbst­ver­ständ­lich. Fer­ner ist dem Kli­ma nicht gehol­fen, wenn in Dritt­staa­ten die Land­wirt­schaft auf Kos­ten der Umwelt aus­ge­baut wird, um die Pro­duk­te anschlie­ßend nach Euro­pa zu expor­tie­ren.” In ihrem Antrag will die oppo­si­tio­nel­le Uni­on die Bun­des­re­gie­rung auf­for­dern, sich bei der EU für „eine zeit­na­he Novel­lie­rung des euro­päi­schen Gen­tech­nik­rech­tes” ein­zu­set­zen „und in die­sem Rah­men einen inno­va­ti­ons­freund­li­chen euro­päi­schen Rechts­rah­men für neue Züch­tungs­me­tho­den” zu schaf­fen. Zudem soll es nach Vor­stel­lung der Uni­on Ände­run­gen an der EU-Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie „Green Deal” geben. „Ins­be­son­de­re pau­scha­le Ziel­vor­ga­ben hin­sicht­lich der Reduk­ti­on bei der Dün­gung oder beim Ein­satz von Pflan­zen­schutz­mit­teln sind zu strei­chen. Reduk­ti­ons­zie­le müs­sen immer auf wis­sen­schaft­li­cher Grund­la­ge, ver­bun­den mit einer umfas­sen­den Fol­gen­ab­schät­zung für die Ernäh­rungs- und Ver­sor­gungs­si­cher­heit, defi­niert wer­den”, heißt es in dem Antrag. So sol­le die EU anders als geplant den Ein­satz von Pflan­zen­schutz­mit­teln in geschütz­ten Gebie­ten nicht ver­bie­ten. Hin­ter­grund der EU-Regu­lie­rung sind Sor­gen, dass das durch Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel mit­ver­ur­sach­te Arten­ster­ben die Ernäh­rungs­si­cher­heit bedro­hen könnte.

Foto: Win­ter­wei­zen in frü­hem Sta­di­um, über dts Nachrichtenagentur

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