„Unwort des Jah­res” 2022 ist „Kli­ma­ter­ro­ris­ten”

Mar­burg (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der Begriff „Kli­ma­ter­ro­ris­ten” ist zum „Unwort des Jah­res” 2022 gekürt wor­den. Mit dem Wort wer­de im öffent­lich-poli­ti­schen Dis­kurs pau­schal Bezug auf Akteu­re genom­men, die sich für die Umset­zung von Kli­ma­schutz­maß­nah­men und die Errei­chung der Zie­le des Pari­ser Kli­ma­ab­kom­mens ein­set­zen, teil­te die Jury am Diens­tag mit. Der Aus­druck sei genutzt wor­den, um Akti­vis­ten und deren Pro­test zu „dis­kre­di­tie­ren”.

Mit der Gleich­set­zung mit Ter­ro­ris­ten wür­den die Akti­vis­ten „kri­mi­na­li­siert und dif­fa­miert”, hieß es. „Durch die Gleich­set­zung des kli­ma­ak­ti­vis­ti­schen Pro­tests mit Ter­ro­ris­mus wer­den gewalt­lo­se Pro­test­for­men zivi­len Unge­hor­sams und demo­kra­ti­schen Wider­stands in den Kon­text von Gewalt und Staats­feind­lich­keit gestellt.” Mit der Ver­wen­dung des „stig­ma­ti­sie­ren­den Aus­drucks” ver­schie­be sich zudem der Fokus der Debat­te „von den berech­tig­ten inhalt­li­chen For­de­run­gen der Grup­pe hin zum Umgang mit Pro­tes­tie­ren­den”. In die­sem Zusam­men­hang wur­den auch die Wör­ter „Kli­ma­ter­ro­ris­mus”, „Öko­ter­ro­ris­mus” oder „Kli­ma-RAF” gerügt. Auch die Begrif­fe „Sozi­al­tou­ris­mus”, „defen­si­ve Archi­tek­tur” und „Mili­tär­schlag” lan­de­ten auf der Lis­te. Für das Jahr 2022 wur­den 454 ver­schie­de­ne Wör­ter ein­ge­schickt, von denen knapp 45 auch den Unwort-Kri­te­ri­en ent­spra­chen. Ins­ge­samt gab es 1.308 Ein­sen­dun­gen. Die Jury der Akti­on „Unwort des Jah­res” besteht aus vier Sprach­wis­sen­schaft­lern, einem Jour­na­lis­ten und einem jähr­lich wech­seln­den Mitglied.

Foto: Kli­ma­pro­test, über dts Nachrichtenagentur

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