Ver­brau­cher­zen­tra­len wol­len Vor­sor­ge­fonds statt Rieser-Rente

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (VZBV) for­dert den Ersatz der Ries­ter-Ren­te durch einen öffent­li­chen Vor­sor­ge­fonds für die pri­va­te Alters­vor­sor­ge. „Ries­ter ist geschei­tert. Es braucht ein kla­res Bekennt­nis der Ampel zur not­wen­di­gen Grund­satz­re­form der Zusatz­vor­sor­ge und zur Ein­füh­rung eines Vor­sor­ge­fonds”, sag­te die VZBV-Vor­stän­din, Ramo­na Pop, den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Sonn­tag­aus­ga­ben) im Vor­feld der am Diens­tag begin­nen­den „Fokus­grup­pe pri­va­te Alters­vor­sor­ge”, in der Exper­ten unter Feder­füh­rung des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums über die Zukunft der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge beraten. 

Die Bun­des­re­gie­rung plant eine Reform der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge. Für bestehen­de Ries­ter-Ver­trä­ge soll es jedoch einen Bestands­schutz geben. Nach Ein­schät­zung der Ver­brau­cher­zen­tra­len ist ein öffent­lich ver­ant­wor­te­ter Vor­sor­ge­fonds pri­va­ten Ange­bo­ten wie Ries­ter klar über­le­gen. Ein Vor­sor­ge­fonds kön­ne Zusatz­ren­ten in der Grö­ßen­ord­nung der gesetz­li­chen Alters­ren­te erzie­len. „Die mitt­le­re monat­li­che Ent­nah­me eines sta­tis­ti­schen Eck­rent­ners wür­de 1.870 Euro betra­gen, eine mitt­le­re monat­li­che Ren­te etwa 1500 Euro”, heißt es in einer VZBV-Stel­lung­nah­me für die Fokus­grup­pe, die den Fun­ke-Zei­tun­gen vor­liegt. Die Bun­des­re­gie­rung müs­se sich bei der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge vom Ver­si­che­rungs­ge­dan­ken befrei­en. „Ver­si­che­rung klingt nach Sicher­heit”, erläu­tert Pop. „Bei der Alters­vor­sor­ge geht es aber um Ver­mö­gens­auf­bau.” Ver­mö­gens­auf­bau und Risi­ko­ab­si­che­rung lie­ßen sich nicht sinn­voll in einem Ver­trag bün­deln. Ver­si­che­run­gen sei­en zudem durch Pro­vi­sio­nen nur unnö­tig teu­er und undurch­sich­tig. Zudem ver­hin­der­ten sie ordent­li­che Ver­mö­gens­zu­wäch­se. Der VZBV for­dert die Bun­des­re­gie­rung zudem auf, eine über­grei­fen­de Ren­ten­re­form in Angriff zu neh­men. Es soll­te eine stär­ke­re Auf­ga­ben­tei­lung zwi­schen den Ren­ten­säu­len geben. So soll­te sich die Gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung (GRV) stär­ker auf den sozia­len Aus­gleich und die bes­se­re Absi­che­rung der Arbeits­kraft kon­zen­trie­ren, zum Bei­spiel durch höhe­re Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten. Eine neu auf­ge­stell­te pri­va­te Vor­sor­ge soll­te sich unter­des­sen auf den Ver­mö­gens­auf­bau zur Ergän­zung der gesetz­li­chen Ren­te fürs Alter fokussieren.

Foto: Alte und jun­ge Frau sit­zen am Strand, über dts Nachrichtenagentur

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