Weil will Steu­er­sen­kun­gen für ener­gie­in­ten­si­ve Branchen

Han­no­ver (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nie­der­sach­sen Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) for­dert güns­ti­ge Ener­gie und nied­ri­ge­re Steu­ern für ener­gie­in­ten­si­ve Indus­trien. „Für die­se Unter­neh­men brau­chen wir wett­be­werbs­fä­hi­ge Stand­ort­be­din­gun­gen”, sag­te der der „Welt am Sonn­tag”. Län­der wie die USA, die Tür­kei und auch ein­zel­ne EU-Mit­glie­der wür­den mit Steu­er­erleich­te­run­gen und lang­fris­ti­ger Ener­gie­preis­sta­bi­li­tät um Inves­ti­tio­nen wer­ben, so Weil. 

Da wer­de sich Deutsch­land „schlicht anpas­sen müs­sen, und das gilt auch für die EU ins­ge­samt.” Der Bund müs­se des­halb drin­gend ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge erar­bei­ten. „Je schnel­ler, des­to bes­ser. Wir erle­ben schon jetzt, dass Pro­duk­tio­nen auf­grund der hohen Ener­gie­kos­ten zurück­ge­fah­ren oder gar ins Aus­land ver­la­gert wer­den. Wür­de sich die­ser Pro­zess fort­set­zen, wären wesent­li­che Tei­le etwa unse­rer che­mi­schen Indus­trie in einem Jahr nicht wie­der­zu­er­ken­nen.” In der Debat­te um eine Natio­na­le Sicher­heits­stra­te­gie besteht der der­zei­ti­ge Vor­sit­zen­de der Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz auf Mit­spra­che der Lan­des­re­gie­run­gen: „Es ist klar, dass man die Bun­des­län­der bei die­sem The­ma nicht außen vor las­sen kann. Wir haben es mit viel­fäl­ti­gen Bedro­hun­gen unse­rer kri­ti­schen Infra­struk­tur zu tun, die weit über jenes Maß hin­aus­ge­hen, das wir aus Zei­ten ana­lo­ger Kriegs­füh­rung ken­nen”, sag­te Weil. Die Bun­des­re­gie­rung habe bei der jüngs­ten Minis­ter­prä­si­den­ten­kon­fe­renz zuge­sagt, die Län­der an der Erar­bei­tung der natio­na­len Sicher­heits­stra­te­gie zu betei­li­gen. „Ich gehe davon aus, dass das jetzt zeit­nah pas­sie­ren wird”, so der SPD-Poli­ti­ker. Mehr Tem­po mahn­te er auch bei der Pla­nung von Infra­struk­tur­pro­jek­ten an. „Wir müs­sen schnel­ler wer­den, die Ver­fah­rens­we­ge deut­lich beschleu­ni­gen. Dafür brau­chen wir bei­spiels­wei­se ‘Prä­k­lu­si­ons­re­geln‘. Das heißt, wenn ein Argu­ment gegen ein Pro­jekt vor­ge­bracht wor­den ist, aber bei Gericht nicht akzep­tiert wur­de, dann kann die­ses Argu­ment im wei­te­ren Ver­lauf des Ver­fah­rens nicht erneut ein­ge­bracht wer­den”, sag­te der Nie­der­säch­si­sche Regie­rungs­chef. Dar­über hin­aus müs­se die Bür­ger­be­tei­li­gung gebün­delt und die Frist­set­zung kla­rer gere­gelt wer­den. „Deutsch­land hat ein viel kom­pli­zier­te­res Pla­nungs­recht als bei­spiels­wei­se die Nie­der­lan­de oder Däne­mark, die bekann­ter­ma­ßen eben­falls Rechts­staa­ten sind. Im Moment ste­hen wir uns immer wie­der noch selbst zu sehr im Weg”, sag­te Weil.

Foto: Stahl­pro­duk­ti­on, über dts Nachrichtenagentur

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