Wirt­schafts­rat der CDU kri­ti­siert Plä­ne zur Krankenhausreform

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der CDU-nahe Inter­es­sens­ver­band „Wirt­schafts­rat der CDU” sieht die geplan­te Kran­ken­haus­re­form des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ters als Bedro­hung für die Ver­sor­gungs­si­cher­heit in Deutsch­land. „Der wirt­schaft­li­che Druck auf die Kli­ni­ken wird durch die Reform noch wei­ter stei­gen”, sag­te Wirt­schafts­rat-Gene­ral­se­kre­tär Wolf­gang Stei­ger der „Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung” (Sams­tags­aus­ga­be). Zwar sei­en die Reform des Kran­ken­haus­sek­tors und eine Struk­tur­be­rei­ni­gung der Kran­ken­haus­land­schaft notwendig. 

Letz­te­re dür­fe aber nicht durch die Hin­ter­tür, son­dern müs­se geord­net und mit Weit­sicht erfol­gen. Der Wirt­schafts­rat wirft Gesund­heits­mi­nis­ter Lau­ter­bach vor, die Kräf­te des Mark­tes wir­ken zu las­sen und so die Zahl der Kli­ni­ken im Land zu redu­zie­ren. „Das ist ein Skan­dal. Wir for­dern die Bun­des­re­gie­rung auf, die Reform zuguns­ten einer geord­ne­ten Struk­tur­be­rei­ni­gung zu über­ar­bei­ten”, sag­te Stei­ger wei­ter. Die geplan­te Vor­hal­te­kos­ten­fi­nan­zie­rung dür­fe so nicht in Kraft tre­ten. Wer das Fall­pau­scha­len­sys­tem – wie vom Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter ange­kün­digt – über­win­den wol­le und möch­te, dass die Medi­zin vor der Öko­no­mie kommt, müs­se die Vor­hal­te­kos­ten­fi­nan­zie­rung umfas­sen­der den­ken. „Wir for­dern daher, dass die gesam­ten Behand­lungs­kos­ten in die Vor­hal­te­fi­nan­zie­rung auf­ge­nom­men wer­den und nicht nur die Pfle­ge­bud­gets”, sag­te der Wirt­schafts­rat-Chef. Die geplan­te Vor­hal­te­kos­ten­fi­nan­zie­rung ist nach Ansicht Stei­gers ein „Fei­gen­blatt” und wer­de kein Kran­ken­haus am Netz hal­ten kön­nen. Zahl­lo­se Kli­ni­ken wür­den so in die Knie gezwun­gen, ohne dass ein über­ge­ord­ne­tes Kon­zept zur Siche­rung der Ver­sor­gung der Bür­ger mit­ge­dacht wer­de. Wer die­sem Druck wei­chen wol­le, dem blei­be nur die Flucht in die Men­ge oder in höhe­re Ver­sor­gungs­le­vel. „Dadurch nimmt die Öko­no­mi­sie­rung in den Kli­ni­ken eher noch Fahrt auf, als dass sie den wirt­schaft­li­chen Druck von den Kli­ni­ken nimmt”, fürch­tet Stei­ger. Nach Ansicht des Wirt­schafts­ra­tes wäre Gesund­heits­mi­nis­ter Lau­ter­bach gut bera­ten, sich des Know-hows von Klinik‑, Ärz­te- und Kran­ken­kas­sen-Ver­bän­den stär­ker zu bedie­nen und dabei die Pri­vat­wirt­schaft ein­zu­bin­den, anstatt die­se als ver­meint­li­che Ver­ur­sa­cher der Pro­ble­me im Gesund­heits­sys­tem zu gei­ßeln. „Gera­de die pri­va­ten Kran­ken­haus­trä­ger, die rund 40 Pro­zent der Kran­ken­häu­ser betrei­ben und rund 20 Pro­zent der Pati­en­ten behan­deln, sind für eine gesi­cher­te flä­chen­de­cken­de Ver­sor­gung in Deutsch­land unver­zicht­bar, wer­den aber bei der Erar­bei­tung der Reform außen vor gelas­sen”, sag­te der Wirtschaftsvertreter.

Foto: Kran­ken­haus, über dts Nachrichtenagentur

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