Wirt­schafts­wei­se Grimm for­dert drei Jah­re län­ge­re Atomlaufzeit

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die Wirt­schafts­wei­se Vero­ni­ka Grimm schlägt vor, die ver­blei­ben­den Kern­kraft­wer­ke wegen der Ener­gie­knapp­heit noch meh­re­re Jah­re Strom lie­fern zu las­sen. „Es wäre rich­tig, die Atom­kraft­wer­ke nicht im April abzu­schal­ten, son­dern noch etwa drei Jah­re lau­fen zu las­sen”, sag­te Grimm der „Süd­deut­schen Zei­tung”. „Dadurch wäre der Strom­preis in Deutsch­land und den Nach­bar­staa­ten deut­lich nied­ri­ger, es wür­den die Emis­sio­nen aus der Koh­le­ver­stro­mung redu­ziert und Gas eingespart.” 

Der Vor­schlag könn­te den Streit in der Ampel­ko­ali­ti­on anhei­zen. Erst die­se Woche for­der­te die FDP eine Debat­te über die Ver­län­ge­rung der Atom­lauf­zei­ten, was der grü­ne Wirt­schafts­mi­nis­ter Robert Habeck sofort zurück­wies. Bun­des­kanz­ler Olaf Scholz (SPD) hat­te per Macht­wort ver­fügt, dass die ver­blei­ben­den Kern­kraft­wer­ke noch bis Mit­te April lau­fen dür­fen. Grimm sag­te, für die­sen Win­ter dürf­te die Gefahr eines Gas­man­gels in Deutsch­land gebannt sein. Für den nächs­ten Win­ter gebe es aber ver­schie­de­ne Risi­ko­fak­to­ren. „Es könn­te schwie­rig wer­den, wenn es sehr kalt wird, wenn in Frank­reich auf­grund von Tro­cken­heit wie­der die Atom­mei­ler her­un­ter­fah­ren müs­sen oder wenn Chi­na deut­lich mehr Gas ver­braucht”, so die Öko­no­min, die einen Lehr­stuhl an der Uni Erlan­gen hat und dem Sach­ver­stän­di­gen­rat der Bun­des­re­gie­rung (Wirt­schafts­wei­se) angehört.

Foto: Atom­kraft­werk, über dts Nachrichtenagentur

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