Wolf­gang Thier­se glaubt an Zukunft der katho­li­schen Kirche

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Der ehe­ma­li­ge Bun­des­tags­prä­si­dent und lang­jäh­rig enga­gier­te Katho­lik Wolf­gang Thier­se (SPD) hat ange­sichts des Begräb­nis­ses von Papst Bene­dikt XVI. am Don­ners­tag in Rom davor gewarnt, die katho­li­sche Kir­che abzu­schrei­ben. „85 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung gehö­ren irgend­ei­ner Reli­gi­ons­ge­mein­schaft an”, sag­te er dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. Dar­un­ter sei die katho­li­sche Kir­che die größte. 

„Auch in Deutsch­land ist die katho­li­sche Kir­che nach wie vor die größ­te Ein­zel­in­sti­tu­ti­on. Kei­ne ande­re hat so vie­le Mit­glie­der. Das müs­sen jene zur Kennt­nis neh­men, die mit beträcht­li­chem Lärm Unter­gangs­sze­na­ri­en for­mu­lie­ren.” Zwar wer­de die katho­li­sche Kir­che nach wie vor vom Miss­brauchs­skan­dal erschüt­tert sowie der Unfä­hig­keit der Bischö­fe, damit ange­mes­sen umzu­ge­hen – wenn­gleich sie den Ver­such unter­nom­men hät­ten, sich der Wahr­heit zu stel­len, sag­te Thier­se wei­ter. Aller­dings habe die katho­li­sche Kir­che in ihrer 2.000-jährigen Geschich­te eine Rei­he dra­ma­ti­scher Ein­schnit­te und Erschüt­te­run­gen erlebt. Die­se Geschich­te sei zugleich stets eine Geschich­te von Neu­an­fän­gen gewe­sen. „Damit ver­bin­de ich die Hoff­nung, dass dies auch für die katho­li­sche Kir­che in Deutsch­land und Euro­pa gilt”, so Thier­se. Vor­aus­set­zung dafür sei, dass sie sich auf Refor­men ein­las­se, so das frü­he­re Mit­glied des Zen­tral­ko­mi­tees der deut­schen Katho­li­ken. „Die Kraft für die­se Refor­men muss sie in sich selbst finden.”

Foto: Wolf­gang Thier­se, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.