Pader­born: Zug ent­gleist nach gefähr­li­chem Ein­griff in Bahnverkehr

Deutsche Bahn - Schienen - Bochum-LangendreerFoto: Überfahrene Betonplatte auf den Gleisen (Bochum-Langendreer), Urheber: Bundespolizei

Am Sonn­tag­nach­mit­tag um 17:15 Uhr ent­gleis­te am Bahn­hof Sennela­ger ein Zug der Nordwestbahn.

Bei der Ein­fahrt in den Bahn­hof Sennela­ger über­fuhr der Zug auf der Fahrt von Bie­le­feld nach Pader­born bei einer Geschwin­dig­keit von 70 km/h ein Stahl­pro­fil, das im Gleis­be­reich lag. Dadurch wur­de eine Ach­se aus dem vor­de­ren Dreh­ge­stell her­aus­ge­ris­sen und der vor­de­re Teil des Zuges ent­gleis­te etwa 300 Meter vor dem Bahnsteig.

Für die rund 80 Fahr­gäs­te ver­lief der Unfall glimpf­lich, sie wur­den durch die Feu­er­wehr unver­letzt eva­ku­iert und setz­ten ihre Fahrt mit Bus­sen fort. Ein Mit­ar­bei­ter der Nord­west­bahn, der sich zum Unfall­zeit­punkt im Fah­rer­stand auf­hielt, wur­de durch umher­flie­gen­de Glas­split­ter einer Glas­tür am Bein ver­letzt. Er wur­de zur ärzt­li­chen Behand­lung in ein Kran­ken­haus gebracht.

Augen­zeu­gen berich­te­ten von zwei Kin­dern, die kurz nach dem Unfall vom Tat­ort flüch­te­ten. Durch wei­te­re Hin­wei­se gelang es Beam­ten der Bun­des­po­li­zei, einen elf­jäh­ri­gen Tat­ver­däch­ti­gen zu ermit­teln. Er räum­te die Tat ein. Ob es noch wei­te­re Tat­be­tei­lig­te gibt, ist der­zeit Gegen­stand der Ermitt­lun­gen. Eben­so, woher das Stahl­pro­fil, ein Bau­teil zur Ladungs­si­che­rung auf Güter­wa­gen, eine soge­nann­te „Run­ge”, stammt.

Am Zug, sowie am Gleis­bett ent­stand erheb­li­cher Sach­scha­den, der nach Ein­schät­zung eines Bahn­mit­ar­bei­ters „sicher­lich im sechs­stel­li­gen Euro-Bereich liegt”. Die Ber­gung des Zuges dau­er­te bis in die Nacht an. Die Instand­set­zung des Gleis­bet­tes wer­de ver­mut­lich bis in die Nach­mit­tags­stun­den andauern.

Die Bun­des­po­li­zei bit­tet alle, die ver­däch­ti­ge Beob­ach­tun­gen im Bahn­be­reich machen, sich an die Hot­line der Bun­des­po­li­zei unter 0800/6 888 000 oder jede ande­re Poli­zei­dienst­stel­le zu wenden.

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