AOK: Bessere Datenerhebung bei Corona-Bekämpfung gefordert

AOK-Logo - KrankenkasseFoto: Sicht auf das AOK-Logo vor dem Krankenkassengebäude, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der AOK-Bundesverbandschef hat die Bundesregierung aufgefordert, beim Impfen Lücken bei der Datenerhebung zu schließen.

„Wir bewegen uns beinahe im Blindflug durch die Pandemie“, sagte Martin Litsch dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Sonntagausgaben). „Wir wissen aktuell nicht, welche unserer Versicherten mit welchem Impfstoff versorgt wurden und wer positiv getestet wurde“, beklagte er. Dadurch würden viele Möglichkeiten verschenkt, wertvolle Erkenntnisse aus den vorhandenen Daten zu gewinnen.

Litsch forderte konkret, dass in den Impfzentren, Arztpraxen und Testzentren die Krankenversicherungsnummern der Geimpften und Getesteten erfasst und an die Kassen übermittelt werden. „Dann könnten wir die Impf-Informationen datenschutzkonform mit den Abrechnungsdaten verknüpfen und zum Beispiel anonymisierte Auswertungen zur Wirkung und zu den Nebenwirkungen der Impfungen durchführen“, so der Verbandschef.

Gerade für längerfristige Auswertungen zu erneuten Infektionen oder für die Einladung zur Auffrischung der ersten Impfungen könne das von großer Bedeutung sein. „Ich bin überzeugt davon, dass sich viele spätestens in einem halben Jahr darüber beklagen werden, dass wir solche Auswertungen in Deutschland nicht durchführen können – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern auf der Welt“, zeigte sich Litsch überzeugt. Daher sollte die Politik hier handeln und die notwendigen Nachbesserungen möglichst schnell auf den Weg bringen, verlangte er.

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