Auto­da­ten: Daten­schüt­zer Johan­nes Cas­par warnt vor EU-Zugriff

Autobahn - Schilder - Autos - Fahrstreifen - FahrbahnFoto: Sicht auf eine Autobahn, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Ham­bur­ger Daten­schüt­zer Johan­nes Cas­par sieht die Plä­ne der EU-Kom­mis­si­on zum Sam­meln von Auto­da­ten kritisch.

Eine zen­tra­le Über­wa­chung der Ver­brauchs­an­ga­ben der Fahr­zeu­ge sei „durch­aus bri­sant”, sag­te Cas­par dem „Han­dels­blatt” (Mon­tags­aus­ga­be). „Es wer­den detail­lier­te Über­wa­chungs­da­ten für das jewei­li­ge Fahr­zeug erho­ben, die bis hin­ab auf die Fahr­zeug-Iden­ti­fi­zie­rungs­num­mer rei­chen und damit grund­sätz­lich eine Iden­ti­fi­zie­rung des Hal­ters ermöglichen”.

Cas­par for­der­te, dass die betref­fen­den Daten aus­schließ­lich zu den gesetz­lich gere­gel­ten Zwe­cken ver­ar­bei­tet wer­den dür­fen. „Ande­ren­falls wird kaum zu ver­hin­dern sein, dass eine Nut­zung der Daten zu ande­ren Zwe­cken, etwa durch die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den, erfolgt”. Nach den Plä­nen der EU-Kom­mis­si­on sol­len die Ver­brauch­an­ga­ben von Pkws künf­tig an eine Behör­de wei­ter­ge­lei­tet und aus­ge­wer­tet wer­den. Jeder Neu­wa­gen, der ab Janu­ar 2021 ver­kauft wird, soll dem­nach spei­chern, wie weit er fährt und wie viel Sprit oder Strom er ver­braucht. 2022 kom­men leich­te Nutz­fahr­zeu­ge hin­zu. Das sieht eine EU-Ver­ord­nung vor. Das neue Über­wa­chungs­sys­tem soll einen neu­en Abgas­skan­dal ver­mei­den, heißt es in Brüs­se­ler EU-Kommissionskreisen.

2015 war bekannt gewor­den, dass die Fahr­zeug­ver­bräu­che im rea­len Betrieb von den Labor­wer­ten enorm abwei­chen. Zwar gibt es jetzt eine neue Prü­fung bei der Zulas­sung von neu­en Fahr­zeu­gen. Doch das reicht der Kom­mis­si­on nicht aus. Sie will die Ver­bräu­che pro Sekun­de, pro Stun­de und über den gan­zen Lebens­zy­klus eines Wagens erfah­ren. Bei Hybrid­fahr­zeu­gen soll sich zei­gen, ob kur­ze Stre­cken wirk­lich elek­trisch gefah­ren wer­den und somit der Umwelt­bo­nus gerecht­fer­tigt ist. „Die Ver­füg­bar­keit der auf­ge­zeich­ne­ten Daten, nach Aggre­ga­ti­on und Anony­mi­sie­rung, wird auch das Ver­ständ­nis des tat­säch­li­chen Betriebs und des Kraft­stoff­ver­brauchs von Plug-in-Hybrid­fahr­zeu­gen ver­bes­sern”, hieß es laut „Han­dels­blatt” in EU-Kreisen.

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