Ber­lin: Die Deut­sche Bank ist für bal­di­ges Lockdown-Ende

Deutsche Bank - Logo - Blau - Weiß - Gebäude - WandFoto: Sicht auf das Deutsche Bank-Logo, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Chef­öko­nom der Deut­schen Bank, David Fol­kerts-Land­au, spricht sich für ein bal­di­ges Ende des Lock­downs in Deutsch­land aus.

„Wir müs­sen uns dar­über im Kla­ren sein: Blie­be Deutsch­land nach dem 30. April noch mal vier Wochen geschlos­sen, kämen hor­ren­de Kos­ten von wei­te­ren 150 bis 200 Mil­li­ar­den Euro auf das Land zu, und zwar nur für den Monat Mai”, sag­te er der „Welt am Sonn­tag”. Bestün­de der Lock­down noch län­ger, wür­den die Kos­ten expo­nen­ti­ell steigen.

„Des­halb ist es drin­gend anzu­ra­ten, Deutsch­land ab Ende April schritt­wei­se wie­der zu öff­nen.” Grund­sätz­lich sei­en die Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung zur Ein­däm­mung der Pan­de­mie aber sehr zu begrü­ßen. „Hät­te Deutsch­land ein­fach gewar­tet, bis die gesam­te Bevöl­ke­rung immu­ni­siert ist, dann hät­te das wohl min­des­tens eine hal­be Mil­li­on Men­schen das Leben gekos­tet”, sag­te Folkerts-Landau.

Auch die Ret­tungs­pro­gram­me der Regie­rung und der Noten­ban­ken hält der Deut­sche-Bank-Öko­nom für ange­mes­sen. Aller­dings sei in der Fol­ge mit einer stei­gen­den Neu­ver­schul­dung zu rech­nen. In Deutsch­land kön­ne die Schul­den­quo­te von aktu­ell unter 60 „auf 80 oder 90 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung stei­gen”, pro­gnos­ti­zier­te er. Der bis­he­ri­ge Rekord­wert lag bei 81,8 Pro­zent im Jahr 2010.

Für Euro­pa mahn­te er mehr Soli­da­ri­tät an. Aller­dings sei­en Euro­bonds das fal­sche Instru­ment. „Euro­bonds sind nicht die Lösung.” Das sei der völ­lig fal­sche Weg. „Es ist den Steu­er­zah­lern der nörd­li­chen Euro-Län­der nicht zuzu­mu­ten, nun auch noch die Last der ita­lie­ni­schen Schul­den zu schul­tern”, sag­te Fol­kerts-Land­au. Ita­li­en brau­che drin­gend Refor­men, um ein effi­zi­en­te­res Wirt­schafts­sys­tem auf­zu­bau­en. „Dafür braucht es die rich­ti­gen Anrei­ze – etwa in Form eines Hilfs­pro­gramms mit ent­spre­chen­den Auflagen”.

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