Bun­des­wehr: Immer mehr trau­ma­ti­sier­te Soldaten

Bundeswehr - Soldat - Deutschland - Waffe - G36Foto: Bundeswehrsoldat mit einer G36-Waffe in der Hand, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der trau­ma­ti­sier­ten Bun­des­wehr-Sol­da­ten in Deutsch­land wächst stark und kontinuierlich.

Das ergibt sich aus der Ant­wort des Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Links­frak­ti­on, über die die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” in ihren Sams­tag­aus­ga­ben berich­ten. Wur­den im Jahr 2013 noch 602 Sol­da­ten wegen ein­satz­be­ding­ter psy­chi­scher Stö­run­gen in psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken behan­delt, so waren es 2019 schon 1.006 und 2020 bereits 1.116. Für die ers­ten fünf Mona­te die­ses Jah­res gibt das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um die Zahl mit 762 an. Auch die Zahl der erst­mals dia­gnos­ti­zier­ten und ver­mut­lich aus dem Ein­satz her­rüh­ren­den psy­chi­schen Stö­run­gen stieg zuletzt von 290 im Jahr 2019 auf 301 im Jahr 2020. Für die ers­ten fünf Mona­te im lau­fen­den Jahr gibt das Minis­te­ri­um die Zahl mit 150 an.

Der Ver­tei­di­gungs­ex­per­te der Links­frak­ti­on, Mat­thi­as Höhn, sag­te dem RND, in Mali dro­he nun „ein zwei­tes Afgha­ni­stan”. „Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­tag soll­ten sich genau über­le­gen, wel­che lang­fris­ti­gen Kon­se­quen­zen sol­che gefähr­li­chen Ein­sät­ze haben”, sag­te er. Betrof­fe­ne bräuch­ten Gehör, Sicht­bar­keit und Hil­fe. Vor allem hät­ten sie Anspruch dar­auf, dass Regie­rung und Bun­des­tag den Sinn von Aus­lands­ein­sät­zen genau prüften.

Der Afgha­ni­stan-Ein­satz der Bun­des­wehr ist seit kur­zem been­det. Die bei­den Mali-Ein­sät­ze gehen aller­dings wei­ter, einer wur­de zuletzt aus­ge­wei­tet. Ende Juni wur­den bei einem Anschlag in dem Land zwölf deut­sche Sol­da­ten ver­letzt. Ins­ge­samt ist die Bun­des­wehr der­zeit in elf Aus­lands­ein­sät­zen enga­giert, 25 Ein­sät­ze sind abge­schlos­sen. Dabei wer­den vie­le Trau­ma­ti­sie­run­gen erst sehr viel spä­ter dia­gnos­ti­ziert oder von den Betrof­fe­nen als sol­che wahr­ge­nom­men. Oft sind sie dann gar nicht mehr Teil der Truppe.

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