Coro­na­vi­rus: Deutsch­land nicht bereit für Massenimpfungen

Impfpass - Impfausweis - Impfungen - COVID-19 - Coronavirus - Comirnaty - Februar 2021 - BonnFoto: Impfausweis mit aktueller Impfung gegen das Coronavirus (Bonn), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Deutsch­land ist bis­lang offen­bar nicht aus­rei­chend dar­auf vor­be­rei­tet, gro­ße Men­gen an Coro­na-Impf­stoff zu verabreichen.

Das berich­tet die „Frank­fur­ter All­ge­mei­ne Sonn­tags­zei­tung”. Poli­ti­ker und Ärz­te bekla­gen dem­nach, dass die bis­he­ri­gen Impf­plä­ne zu büro­kra­tisch sei­en und Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn nicht geklärt habe, wie es wei­ter­ge­he. Die Ham­bur­ger Gesund­heits­se­na­to­rin Mela­nie Leon­hard von der SPD sag­te der FAS: „Es wird in den kom­men­den Wochen immer schwie­ri­ger wer­den, an den Auf­tei­lun­gen in den Prio­ri­tä­ten­grup­pen festzuhalten”.

Man ste­he vor der Her­aus­for­de­rung, für die vie­len Impf­do­sen auch schnell genug berech­tig­te Impf­lin­ge zu fin­den und deren Berech­ti­gung dann wie­der zu prü­fen. „Das kos­tet alles Zeit”. Das Land Nie­der­sach­sen plant eben­so wie ande­re Bun­des­län­der, das strik­te Sche­ma der Prio­ri­sie­rung an einem ers­ten Punkt auf­zu­wei­chen. Falls sich in der ers­ten Grup­pe der Berech­ti­gen nicht genug Abneh­mer für den Impf­stoff von Astra­ze­ne­ca fin­den, soll das jewei­li­ge Impf­zen­trum die­se Dosen künf­tig an Per­so­nen aus der zwei­ten Grup­pe ver­tei­len dürfen.

Der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung, Andre­as Gas­sen, sag­te der FAS: „Sobald der Impf­stoff in gro­ßer Men­ge in die Arzt­pra­xis kommt, wird die Prio­ri­sie­rung schnell unnö­tig sein”. Die Ärz­te­ver­bän­de for­dern des­halb, rasch die Vor­aus­set­zun­gen für eine unkom­pli­zier­te Imp­fung in den rund 100.000 Arzt­pra­xen zu schaf­fen. Den Impf­stoff auf Grund­la­ge von ärzt­li­chen Attes­ten zu ver­tei­len, die dann wie­der zen­tral geprüft wer­den, leh­nen die Ärz­te­ver­bän­de ab. „Eini­ge schei­nen zu unter­stel­len, dass Ärz­te in den Pra­xen nicht nach medi­zi­ni­scher Not­wen­dig­keit imp­fen”, sag­te Gas­sen der Sonn­tags­zei­tung. „Die­se Unter­stel­lung ist völ­lig unbe­grün­det und ver­är­gert nur”.

Der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter ant­wor­te­te wenig kon­kret auf die Fra­ge, wie die Impf­stof­fe schnel­ler ver­ab­reicht wer­den könn­ten. Es sei „wich­tig, dass alle Impf­zen­tren ans Netz gehen und mög­lichst rasch nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te in die Impf­kam­pa­gne ein­ge­bun­den wer­den”, sag­te Spahn der FAS.

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