Kabul: Tau­sen­de afgha­ni­sche Orts­kräf­te war­ten wei­ter­hin auf Ausreise

Menschen - Afghanen - Bundeswehr - Militär - Evakuierungsflug - GAF - August 2021 - AfghanistanFoto: Menschen aus dem 2. Afghanistan-Evakuierungsflug am 17.08.2021, Urheber: GAF

Noch immer war­ten Tau­sen­de afgha­ni­sche Orts­kräf­te und ihre Fami­li­en auf eine Aus­rei­se nach Deutschland.

Nach Anga­ben des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums haben deut­sche Behör­den zwi­schen Mit­te Mai und Ende Novem­ber (15. Mai 2021 bis 26. Novem­ber 2021) Auf­nah­me­zu­sa­gen für 24.556 Per­so­nen aus Afgha­ni­stan erteilt. Bis­her sind laut Bun­des­re­gie­rung jedoch erst 1.319 afgha­ni­sche Orts­kräf­te sowie 5.711 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge nach Deutsch­land ein­ge­reist, ins­ge­samt 7.033 Per­so­nen. Das teil­te das Innen­mi­nis­te­ri­um in einer Ant­wort auf eine Anfra­ge der Links­frak­ti­on im Bun­des­tag mit, über die die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­woch­aus­ga­ben) berichten.

Die ins­ge­samt knapp 25.000 Auf­nah­me­zu­sa­gen erge­ben sich laut Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um dem­nach aus Zusa­gen für 4590 afgha­ni­sche Orts­kräf­te der Bun­des­wehr, des Aus­wär­ti­gen Amtes, des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums und des Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­ums. Hin­zu­kom­men Auf­nah­me­zu­sa­gen für 19.966 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge die­ser Orts­kräf­te. „Wie vie­le Ort­kräf­te und deren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge mit einer Auf­nah­me­zu­sa­ge Afgha­ni­stan mit Hil­fe deut­scher Stel­len ver­las­sen haben, kann nicht bezif­fert wer­den”, teilt das Innen­mi­nis­te­ri­um mit.

Die Links­frak­ti­on im Bun­des­tag übt schar­fe Kri­tik an der Orga­ni­sa­ti­on der Eva­ku­ie­rung aus Afgha­ni­stan durch die Bun­des­re­gie­rung. „Nicht ein­mal ein Drit­tel der aner­kannt schutz­be­dürf­ti­gen Orts­kräf­te konn­te bis­lang nach Deutsch­land in Sicher­heit gebracht wer­den, das ist ein abso­lu­tes Armuts­zeug­nis”, sag­te Lin­ken-Abge­ord­ne­te Gökay Akbu­lut den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Vie­le gefähr­de­te Orts­kräf­te erhal­ten offen­kun­dig erst spät die ersehn­te Zusa­ge zur Auf­nah­me. Für die meis­ten war es zu spät, um noch recht­zei­tig vor der Macht­über­nah­me der Tali­ban eva­ku­iert zu wer­den”. Men­schen wür­den „in größ­ter Angst und Unsi­cher­heit in Afgha­ni­stan aus­har­ren”, hob Akbu­lut hervor.

Die Lin­ken-Poli­ti­ke­rin for­der­te die neue Ampel-Regie­rung zum Han­deln auf. „Die Aner­ken­nungs­ver­fah­ren müs­sen unkom­pli­ziert und deut­lich schnel­ler erfol­gen, das Glei­che gilt natür­lich für die Orga­ni­sa­ti­on der Eva­ku­ie­run­gen und Ein­rei­sen der gefähr­de­ten Menschen”.

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