Three­ma: Mes­sen­ger-Dienst wehrt sich gegen Geld­stra­fe in Russland

Smartphone - Frau - Person - Wiese - Gras - iPhone - Ring - Smartphone-NutzerinFoto: Sicht auf eine Smartphone-Nutzerin, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Schwei­zer Mes­sen­ger-Dienst wehrt sich gegen eine Geld­stra­fe in Höhe von 14.200 Euro, die ein Gericht in Mos­kau ver­hängt hat.

Das Unter­neh­men sag­te der „Welt am Sonn­tag”, es wer­de die Geld­stra­fe nicht akzep­tie­ren und schon gar nicht beglei­chen. Der Mes­sen­ger-Dienst soll Vor­schrif­ten nicht nach­ge­kom­men sein, die Teil des Anti-Ter­ror-Pake­tes sind, das 2018 in Russ­land in Kraft getre­ten ist. Das Gesetz ermög­licht dem Staat eine stär­ke­re Kon­trol­le sei­ner Bür­ger. Mes­sen­ger müs­sen den Rechts­vor­schrif­ten zufol­ge Nut­zer anhand ihrer Tele­fon­num­mer iden­ti­fi­zie­ren kön­nen und Daten an den rus­si­schen Inlands­ge­heim­dienst FSB wei­ter­ge­ben. „Selbst­ver­ständ­lich wer­den wir unter gar kei­nen Umstän­den irgend­wel­che Daten an rus­si­sche Behör­den aus­lie­fern”, sag­te Three­ma-Chef Mar­tin Blat­ter der „Welt am Sonn­tag”. Ins­be­son­de­re in tota­li­tä­ren Staa­ten, wo die Mei­nungs­frei­heit ein­ge­schränkt sei und Min­der­hei­ten ver­folgt wür­den, sei ein geschütz­ter Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal nicht nur ein wert­vol­les Gut zum Schutz der Pri­vat­sphä­re, son­dern auch ein zen­tra­les Instru­ment für die Opposition.

Bis­her sei das Unter­neh­men nicht dazu auf­ge­for­dert wor­den, Nut­zer­da­ten in Russ­land zu über­mit­teln. „Die rus­si­sche Behör­de Rosk­om­nad­sor hat offen­bar im März 2022 eine Unter­su­chung ein­ge­lei­tet, wohl um ein Exem­pel zu sta­tu­ie­ren”, sag­te ein Three­ma-Spre­cher. Es gebe drei Schrei­ben von rus­si­schen Behör­den, die in der Ver­gan­gen­heit an eine all­ge­mei­ne E‑Mail-Adres­se von Three­ma geschickt wur­den. Das Unter­neh­men habe sie zur Kennt­nis genom­men. Three­ma hat sei­nen Sitz in der Schweiz. „Wir sind ver­pflich­tet, uns an die hie­si­gen Geset­ze zu hal­ten”, sag­te der Spre­cher. Die­se erlaub­ten die Wei­ter­ga­be per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten an Dritt­staa­ten nicht, schon gar nicht an kriegs­füh­ren­de Staa­ten und wenn die betrof­fe­nen Per­so­nen in die­sem Staat poten­zi­ell Gefahr an Leib und Leben zu gewär­ti­gen haben.

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