Poli­tik: BDK-Chef will mas­si­ve Auf­sto­ckung von Polizeistellen

Polizisten - Uniformen - Polizei - Auto - Ampeln - Straße - MännerFoto: Sicht auf Polizisten, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Vor­sit­zen­de des Bun­des Deut­scher Kri­mi­nal­be­am­ter (BDK), Sebas­ti­an Fied­ler, hat eine mas­si­ve Erhö­hung der Poli­zei­stel­len gefordert.

„Gemes­sen an den aktu­el­len und künf­ti­gen Anfor­de­run­gen feh­len der Kri­mi­nal­po­li­zei der Län­der – je nach­dem, wel­che Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten man ihr zurech­net – zwi­schen 10.000 und 20.000 zusätz­li­che Beschäf­tig­te”, schreibt Fied­ler in der noch unver­öf­fent­lich­ten Okto­ber-Aus­ga­be der Gewerk­schafts­zeit­schrift „Der Kri­mi­na­list”, über die das „Han­dels­blatt” berich­tet. Der zwi­schen Bund und Län­dern ver­ein­bar­te „Pakt für den Rechts­staat”, der für die Poli­zei ins­ge­samt je 7.500 neue Stel­len bis Ende 2021 vor­sieht, sei somit „nur ein Trop­fen auf den hei­ßen Stein”, so der BDK-Chef weiter.

Er begrün­de­te den Stel­len­be­darf unter ande­rem mit dem demo­gra­fi­schen Wan­del. Dadurch sei ein Pro­zess ein­ge­lei­tet wor­den, „bei dem jun­ge, uner­fah­re­ne und in Tei­len unzu­rei­chend qua­li­fi­zier­te Nach­wuchs­kräf­te den Abgang der bes­ten und erfah­rens­ten Kri­mi­na­lis­ten kom­pen­sie­ren müs­sen”, schreibt Fied­ler. Der Gewerk­schaf­ter sprach von „extrem gestie­ge­nen” Belas­tun­gen für die Beam­ten – trotz teil­wei­se sin­ken­der Kri­mi­na­li­täts­zah­len. „Höhe­re Anfor­de­run­gen durch Gesetz­ge­ber und Jus­tiz, immer mehr Gefah­ren­sach­ver­hal­te, Umgang mit Mas­sen­da­ten, ver­schlüs­sel­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on und digi­ta­ler Kri­mi­na­li­tät ste­hen leer­ge­feg­te Kom­mis­sa­ria­te gegen­über”, sag­te Fied­ler dem „Han­dels­blatt”.

Er ken­ne Dienst­stel­len, „die arbeits­täg­lich nicht ein­mal über ein Vier­tel des Per­so­nals ver­fü­gen”, das auf dem Papier ste­he. Es fal­le dem­entspre­chend schwer, die Moti­va­ti­on auf­recht­zu­er­hal­ten. Er appel­lie­re an die Poli­tik, „die­se Situa­ti­on sehr ernst zu neh­men und eine Kehrt­wen­de ein­zu­lei­ten”, so der BDK-Chef wei­ter. Der Beruf müs­se attrak­ti­ver wer­den und eine höhe­re Wert­schät­zung erfah­ren. „Wenn Wirt­schafts­kri­mi­na­lis­ten oder die Beam­ten bei der Mord­kom­mis­si­on zuse­hen müs­sen, dass man schnel­ler beför­dert wird, wenn man Motor­rad­strei­fe fährt, läuft etwas gewal­tig schief”, sag­te Fied­ler dem „Han­dels­blatt”.

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