Ber­lin: Hun­der­te wei­te­re afgha­ni­sche Orts­kräf­te evakuieren

Aufnahmestelle - Flüchtlinge - Asylbewerber - Migration - PersonenFoto: Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­re­gie­rung will in offen­bar wei­te­re Orts­kräf­te und Schutz­be­dürf­ti­ge sowie deren Kern­fa­mi­li­en nach Deutsch­land holen.

Das berich­tet der „Spie­gel” unter Beru­fung auf eine inter­ne Ankün­di­gung des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums. Es wer­de dem Aus­wär­ti­gen Amt vor­aus­sicht­lich mög­lich sein, in den kom­men­den zwei Mona­ten wöchent­lich rund 200 Men­schen über Paki­stan zu eva­ku­ie­ren, so das BMI in einem Schrei­ben an betei­lig­te Behör­den. Alle betref­fen­den Per­so­nen stün­den ent­we­der auf einer Lis­te für Orts­kräf­te oder auf der soge­nann­ten Men­schen­rechts­lis­te – eine vom AA geführ­te Auf­stel­lung von ins­ge­samt Tau­sen­den beson­ders Schutz­be­dürf­ti­gen, die einen Bezug nach Deutsch­land haben. Dazu gehö­ren etwa Afgha­nen, die sich beson­ders für die Demo­kra­tie vor Ort – zum Bei­spiel im Bereich der Wis­sen­schafts- oder Kunst­frei­heit – ein­ge­setzt haben und mit einer deut­schen Orga­ni­sa­ti­on ver­bun­den sind. Eben­so zäh­len afgha­ni­sche Hel­fer von deut­schen Pres­se- und Medi­en­or­ga­ni­sa­tio­nen zu die­ser Kategorie.

Ver­trau­li­che Unter­la­gen des Bun­des­amts für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge zei­gen laut „Spie­gel” zudem, wie chao­tisch die ers­te Eva­ku­ie­rungs­pha­se ablief. In einer aktu­el­len Auf­lis­tung der Behör­de sind 2.804 Per­so­nen erfasst, die über die Luft­brü­cke der Bun­des­wehr nach Deutsch­land aus­ge­flo­gen wur­den und zur­zeit in den Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen der Bun­des­län­der regis­triert sind. Rund die Hälf­te die­ser Men­schen stand offen­bar weder auf der Orts­kräf­te- noch auf der Men­schen­rechts­lis­te und hat­te also auch kei­ne Auf­nah­me­zu­sa­ge. Wie die Per­so­nen es trotz­dem so zahl­reich in die Flug­zeu­ge schaff­ten, ist unklar. Sie durch­lau­fen nun in Deutsch­land ein Asylverfahren.

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