FDP: Wer­be­aus­ga­ben für Lie­fer­ket­ten­ge­setz wird kritisiert

Container - Import - Export - Handel - SchiffFoto: Sicht auf Container, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die FDP wirft Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil den Miss­brauch von Steu­er­gel­dern bei Wer­be­aus­ga­ben für das Lie­fer­ket­ten­ge­setz vor.

In der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine schrift­li­che Fra­ge der FDP-Abge­ord­ne­ten San­dra Wee­ser, über die die „Welt” (Frei­tag­aus­ga­be) berich­tet, heißt es, Heils Res­sort und das von Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler (CSU) hät­ten bereits Wer­be­gel­der für die Kom­mu­ni­ka­ti­on des Sorg­falts­pflich­ten­ge­set­zes ein­ge­setzt. „Nach dem Kabi­nett­be­schluss hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Sozia­les zur Stei­ge­rung von Maß­nah­men der sozia­len Ver­ant­wor­tung in Unter­neh­men sowie zu Auf­klä­rungs­zwe­cken Schal­tun­gen in Print­me­di­en in Höhe von 396.824,60 Euro, für Online­schal­tun­gen 281.811,93 Euro und für Außen­wer­bung 331.283,57 Euro in Auf­trag gege­ben”, schreibt die Regie­rung. „Wei­te­re 25.000 Euro wer­den noch abseh­bar für Online­schal­tun­gen auf­ge­wen­det werden”.

Auch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung habe „nach dem Kabi­nett­be­schluss Schal­tun­gen in Print­me­di­en mit einem Volu­men von 65.760,86 Euro in Auf­trag gege­ben. Wei­te­re 20.349 Euro wer­den noch abseh­bar für Online­schal­tun­gen ein­ge­setzt.” Das macht zusam­men Aus­ga­ben von mehr als 1,1 Mil­lio­nen Euro, wobei der Löwen­an­teil aus dem Arbeits­mi­nis­te­ri­um kommt.

Das Pro­blem dar­an: Der Bun­des­tag hat den Gesetz­ent­wurf noch gar nicht bera­ten. Die ers­te Lesung im Par­la­ment ist für Ende April geplant. Mit­te Mai könn­te eine Anhö­rung von Sach­ver­stän­di­gen im zustän­di­gen Aus­schuss statt­fin­den, die fina­len bei­den Lesun­gen im Ple­num dann Ende Mai. Sicher ist die­ser Zeit­plan nicht, schon gar nicht in Pan­de­mie­zei­ten. „Es ist schon ein bemer­kens­wer­ter Vor­gang, dass Huber­tus Heil ein Gesetz für über eine Mil­li­on Euro Steu­er­gel­der bewer­ben lässt, über das der Gesetz­ge­ber noch gar nicht bera­ten hat”, sag­te Wee­ser, die als Obfrau der FDP im Wirt­schafts­aus­schuss des Bun­des­ta­ges sitzt, der Zeitung.

„Die SPD will im Jahr der Bun­des­tags­wahl offen­bar noch einen Erfolg für sich ver­bu­chen und pro­mo­ten”, mut­maßt die Libe­ra­le. Öffent­lich finan­zier­te Gel­der des Minis­te­ri­ums sei­en dafür aber „ganz und gar nicht gedacht”. Zum Regie­rungs­han­deln in der Pan­de­mie pas­se das Vor­ge­hen eben­falls nicht, urteil­te Wee­ser: „Wenn in der Bun­des­re­gie­rung alles so schnell gehen wür­de wie bei der Wer­bung für Geset­zes­vor­ha­ben, wäre uns in der Coro­na­kri­se mehr gehol­fen.” Anfang März war das Sorg­falts­pflicht­ge­setz vom Kabi­nett beschlos­sen wor­den, das Unter­neh­men neue Pflich­ten für die Ein­hal­tung von Men­schen­rechts­stan­dards in ihren Lie­fer­ket­ten auferlegt.

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