NRW: Lan­des­re­gie­rung strei­tet über Übergewinnsteuer

JET-Tankstelle - Diesel - Super E10 - Super - Super+ - Preistafel - März 2022Foto: Preistafel der Jet-Tankstelle im März 2022, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die schwarz-grü­ne Koali­ti­on ringt um eine ein­heit­li­che Posi­ti­on über eine Son­der­steu­er auf hohe Zusatz­ge­win­ne von Energiekonzernen.

Das berich­tet die „West­deut­sche All­ge­mei­ne Zei­tung” (Mon­tags­aus­ga­be). Der neue NRW-Finanz­mi­nis­ter Mar­cus Optendrenk will sich dem­nach in der Fra­ge wei­ter­hin nicht fest­le­gen. „Es gibt öko­no­mi­sche, poli­ti­sche und recht­li­che Argu­men­te, die gegen die Ein­füh­rung einer Über­ge­winn­steu­er spre­chen, es gibt aller­dings auch Argu­men­te, die für die Ein­füh­rung einer Über­ge­winn­steu­er spre­chen”, heißt es in der Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge der SPD-Oppo­si­ti­on im Land­tag, aus der die Zei­tung zitiert. Die Besteue­rung kri­sen­be­ding­ter hoher Zusatz­ge­win­ne las­se sich im bestehen­den deut­schen Ertrags­steu­er­sys­tem nur sehr schwer umsetzen.

Die NRW-Grü­nen bezo­gen dage­gen klar Posi­ti­on: „Dass eini­ge weni­ge Unter­neh­men mit hohen Gewin­nen an die­ser Kri­se ver­die­nen, ist im höchs­ten Maße unred­lich”, sag­te Land­tags­frak­ti­ons­chefin Vere­na Schäf­fer der WAZ. Mit der Über­ge­winn­steu­er könn­ten „drin­gend not­wen­di­ge sozia­le Ent­las­tun­gen” für die Bür­ger finan­ziert wer­den. Die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen und stei­gen­den Ener­gie­prei­se for­der­ten allen viel ab, ins­be­son­de­re belas­ten sie Men­schen mit klei­nen und mitt­le­ren Einkommen.

Die schwarz-grü­ne Lan­des­re­gie­rung hat­te sich Anfang Juli einer Bun­des­rats­in­itia­ti­ve aus Bre­men zur befris­te­ten Ein­füh­rung der Über­ge­winn­steu­er nicht ange­schlos­sen. „Die schwarz-grü­ne Lan­des­re­gie­rung von Nord­rhein-West­fa­len hat zu die­ser Fra­ge lei­der kei­ne Posi­ti­on”, kri­ti­sier­te SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Alex­an­der Vogt. Die SPD-Abge­ord­ne­te Lisa-Kris­tin Kap­teinat for­der­te eine Über­ge­winn­steu­er als „deut­li­ches Zei­chen von gesell­schaft­li­cher Ver­ant­wor­tung und Soli­da­ri­tät sowohl der Unter­neh­men als auch der Aktio­nä­rin­nen und Aktio­nä­re”. Auch in der Bun­des­re­gie­rung herrscht bis­lang noch Unei­nig­keit, ob Pro­fi­te in der Kri­se geson­dert besteu­ert wer­den sollten.

Laut ARD-„Deutschlandtrend” spricht sich eine Mehr­heit von 76 Pro­zent der Bun­des­bür­ger dafür aus, Kri­sen­ge­winn­ler wie Ener­gie­kon­zer­ne zusätz­lich zur Kas­se zu bit­ten. Eini­ge Öko­no­men war­nen jedoch vor einem sol­chen Ein­griff ins regel­ba­sier­te Steu­er­sys­tem, da sich ein „Über­ge­winn” nur schwer defi­nie­ren las­se und wirt­schaft­li­che Akti­vi­tä­ten von Unter­neh­men immer Schwan­kun­gen aus­ge­setzt seien.

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