Poli­tik: SPD-Bewer­ber­du­os wol­len Frau­en­quo­te in der Bundestagswahl

Stimmzettel - Bundestagswahl - Wahlzettel - PolitikFoto: Wahlzettel einer Bundestagswahl in Deutschland, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Sämt­li­che Bewer­ber um den SPD-Par­tei­vor­sitz wol­len das Bun­des­tags­wahl­recht refor­mie­ren und pari­tä­tisch besetz­te Wahl­lis­ten zwi­schen Män­nern und Frau­en zur Pflicht machen.

Das geht aus Ant­wor­ten aller sie­ben Kan­di­da­ten­teams auf eine Anfra­ge des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” (Mon­tags­aus­ga­ben) her­vor. „Im Bun­des­tag soll­ten Frau­en und Män­ner gleich ver­tre­ten sein”, schreibt etwa das Kan­di­da­ten­duo Petra Köp­ping und Boris Pistorius.

„Wir brau­chen eine Wahl­rechts­re­form, auch um zu ver­hin­dern, dass das Par­la­ment immer grö­ßer wird. Dabei soll­ten wir auch pari­tä­ti­sche Wahl­lis­ten ein­füh­ren”, for­dern die bei­den. „21 Län­der in Euro­pas haben bereits ein Pari­täts­ge­setz, Bran­den­burg jetzt auch”, heißt es bei Karl Lau­ter­bach und Nina Scheer. „Dar­um soll­te auch der Bund nachziehen.”

Das Team Olaf Scholz und Kla­ra Gey­witz weist dar­auf hin, dass die frü­he­re Land­tags­ab­ge­ord­ne­te an der Durch­set­zung des Geset­zes in Bran­den­burg betei­ligt war. „Bran­den­burg hat ein Pari­té­ge­setz mit Unter­stüt­zung von Kla­ra Gey­witz und der dor­ti­gen SPD auf den Weg gebracht, um glä­ser­ne Decken zu durch­bre­chen”, schrei­ben beide.

„Auch auf Bun­des­ebe­ne hal­ten wir ein sol­ches Gesetz für sehr erstre­bens­wert – es ist nicht nach­voll­zieh­bar, wes­halb die Hälf­te der Mensch­heit weib­lich ist, Frau­en in der Poli­tik aber vie­ler­orts mas­siv unter­re­prä­sen­tiert sind”, so Scholz und Gey­witz. Auch Gesi­ne Schwan und Ralf Steg­ner hal­ten ein Pari­té­ge­setz auf Bun­des­ebe­ne für „sinn­voll und not­wen­dig”, sie beto­nen aller­dings, dass die­ses „ver­fas­sungs­kon­form” sein müsse.

Saskia Esken und Nor­bert Wal­ter-Bor­jans beto­nen in ihrer Ant­wort, dass die Demo­kra­tie davon lebe, dass die viel­fäl­ti­gen Bedürf­nis­se in einer Gesell­schaft reprä­sen­tiert wür­den. „Das kann nicht gelin­gen, wenn über­wie­gend Män­ner, noch dazu mit ähn­li­chen Lebens­er­fah­run­gen, über die Ver­hält­nis­se ent­schei­den”, schrei­ben sie.

Chris­ti­na Kamp­mann und Micha­el Roth bekla­gen, dass der Frau­en­an­teil im Bun­des­tag der­zeit so nied­rig wie zuletzt vor 20 Jah­ren sei. „In der SPD sind pari­tä­tisch besetz­te Wahl­lis­ten, auf denen sich Män­ner und Frau­en abwech­seln, längst nicht mehr weg­zu­den­ken. Doch bei CDU, CSU und FDP wer­den Kan­di­da­tin­nen bei der Lis­ten­auf­stel­lung wei­ter struk­tu­rell benach­tei­ligt”, heißt es bei den bei­den. „Appel­le und frei­wil­li­ge Selbst­ver­pflich­tun­gen rei­chen nicht aus.”

Das Duo Hil­de Matt­heis und Dierk Hirschel for­dert, es nicht bei einem Pari­té­ge­setz zu belas­sen, son­dern wei­ter­zu­ge­hen. „Wir for­dern glei­ches Geld, glei­che Zeit und glei­che Macht für Frau­en und Män­ner”, schreibt das Kandiatenteam.

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