Köln: 400 neue Bäu­me im gesam­ten Stadtgebiet

Wald - Laub - Bäume - Blätter - BaumFoto: Sicht auf einen Wald, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Das Amt für Land­schafts­pfle­ge und Grün­flä­chen der Stadt Köln pflanzt jede Men­ge neue Bäume.

19 Säu­len­pap­peln wur­den an der Ecke Butz­wei­ler Straße/Äußere Kanal­stra­ße gepflanzt und sor­gen künf­tig für ein grü­nes Stra­ßen­bild. Das Grün­flä­chen­amt kon­sta­tier­te, dass in den letz­ten drei Jah­ren 230 Stra­ßen­bäu­me der Hit­ze und der his­to­ri­schen Tro­cken­heit zum Opfer fielen.

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten hat das Amt für Land­schafts­pfle­ge und Grün­flä­chen an die 239 Ersatz­pflan­zun­gen und 139 Neu­pflan­zun­gen von Bäu­men im gesam­ten Stadt­ge­biet vor­ge­nom­men. Alle neun Stadt­be­zir­ke pro­fi­tie­ren von Nach­pflan­zun­gen: Innen­stadt: knapp 54, Roden­kir­chen 30, Lin­den­thal 66, Ehren­feld 28, Nip­pes 19, Chor­wei­ler elf, Porz sechs, Kalk 22 und Mül­heim drei. Bei den Neu­pflan­zun­gen ver­tei­len sich die Bäu­me wie folgt auf die Stadt­be­zir­ke: Innen­stadt sechs, Roden­kir­chen fünf, Lin­den­thal neun, Ehren­feld 106, Kalk zehn und Mül­heim drei.

Dass auch die knapp 80.000 Köl­ner Stra­ßen­bäu­me in den kom­men­den Jah­ren unter den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels lei­den wer­den, ist nicht zu ver­hin­dern, wenn­gleich bei Neu- und Ersatz­pflan­zun­gen ein Schwer­punkt auf kli­ma­re­si­li­en­te Arten gesetzt wird, die sich für künf­ti­ge Wet­ter­be­din­gun­gen beson­ders eignen.

Die am häu­figs­ten nach­ge­pflanz­ten Bäu­me im Stadt­ge­biet sind: Robi­nie, Spit­zahorn in Sor­ten, Win­ter­lin­de, Rot­ahorn und japa­ni­sche Zier­kir­sche. Dane­ben kamen Feld­ahorn, Woll­ap­fel, Sil­ber­lin­de, schmal­blätt­ri­ge Esche, per­si­scher Eisen­holz­baum, Roß­kas­ta­nie, Amber­baum, Schnur­baum, Herbst­flam­men­ahorn und Trau­ben­kir­sche zum Ein­satz. Bei pro­ble­ma­ti­schen Stra­ßen­bäu­men wie der Bir­ke, dem Rot­dorn, der Vogel­bee­re und ande­ren wird suk­zes­si­ve ein Baum­ar­ten­wech­sel vor­ge­nom­men hin zu einem gemisch­te­ren, bes­ser an das zukünf­ti­ge Kli­ma ange­pass­ten Gehölz­be­stand. Ersatz- und Neu­pflan­zun­gen erfol­gen mit dem vor­dring­li­chen Ziel, die Viel­falt des Arten- und Sor­ten­spek­trums deut­lich zu erhö­hen. Um her­aus­zu­fin­den, wel­che Bäu­me den zukünf­ti­gen Kli­ma­be­din­gun­gen am bes­ten gewach­sen sind, hat Köln in Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Städ­ten in den letz­ten Jah­ren inten­si­ve Unter­su­chun­gen angestellt.

Anders als bei den Stra­ßen­bäu­men wird in den städ­ti­schen Wäl­dern, die einen Flä­chen­an­teil von 4.000 Hekt­ar im Stadt­ge­biet aus­ma­chen, sel­ten nach­ge­pflanzt, da die nach­wach­sen­den Bäu­me die Aus­fäl­le meist auto­ma­tisch kom­pen­sie­ren. Aus­nah­men stel­len expli­zi­te Auf­fors­tungs­maß­nah­men wie das Pro­jekt „Ein Wald für Köln” dar, in des­sen Rah­men Kölns Bür­ger zu beson­de­ren Anläs­sen einen Baum stif­ten kön­nen. Mitt­ler­wei­le ist in Köln-Rader­thal der vier­te die­ser Wäl­der pro­jek­tiert, und seit 2009 wur­den im Rah­men die­ser Maß­nah­me ins­ge­samt 32.600 Bäu­me und Sträu­cher gepflanzt. Bis zum Jah­res­en­de sol­len hier noch wei­te­re 11.900 Pflan­zen (10.400 Bäu­me und 1.500 Sträu­cher) folgen.

Für die Pfle­ge und Kon­trol­le der vie­len städ­ti­schen Bäu­me in den Stra­ßen, Grün­flä­chen und auf den Fried­hö­fen fal­len immense Kos­ten und per­so­nel­le Res­sour­cen an, die in den nächs­ten Jah­ren stei­gen. Allein im ver­gan­ge­nen Jahr schlug die­ser Bereich mit gut 70 Mit­ar­bei­ten­den und cir­ca 11,6 Mil­lio­nen Euro zu Buche.

Die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels ver­schlech­tern die Stand­ort­be­din­gun­gen von Bäu­men in den Städ­ten noch wei­ter. Die Stadt Köln begeg­net die­ser Ent­wick­lung mit einem umfas­sen­den Baum­ma­nage­ment von der Pflan­zung bis zum Alt­baum, das opti­ma­le Stand­ort­vor­aus­set­zun­gen und die Aus­wahl kli­ma­re­si­li­en­ter Pflan­zen inte­griert. Eine hohe Bio­di­ver­si­tät bie­tet grö­ße­re Sicher­heit gegen­über Aus­fäl­len. Neben einem Bewäs­se­rungs­kon­zept, das eine ver­stärk­te Wäs­se­rung der Jung­bäu­me bis zum sieb­ten Stand­jahr vor­sieht, wer­den kon­ti­nu­ier­lich die Pflanz­stan­dards hin­ter­fragt und wei­ter­ent­wi­ckelt. Außer­dem geht es dar­um, den Stadt­baum­be­stand suk­zes­si­ve umzu­bau­en, um ihn den kli­ma­ti­schen inner­städ­ti­schen Bedin­gun­gen anzu­pas­sen, und sei­ne zahl­rei­chen Wohl­fahrts­wir­kun­gen für die Köl­ner auch in Zukunft zu sichern.

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