ADAC: Inkraft­tre­ten von neu­em Buß­geld­ka­ta­log verlangt

Starenkästen - Blitzer - Zaun - Bäume - StraßeFoto: Sicht auf Starenkästen, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der ADAC for­dert mehr Enga­ge­ment zur Umset­zung des der­zeit auf­grund eines Form­feh­lers aus­ge­setz­ten Buß­geld­ka­ta­logs im Straßenverkehr.

„Sinn­voll wäre es, dass zunächst jene Tei­le des Buß­geld­ka­ta­logs umge­setzt wer­den, bei denen Einig­keit her­zu­stel­len ist”, sag­te der Lei­ter der Juris­ti­schen Zen­tra­le des ADAC, Mar­kus Schäpe, dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. Damit wür­den Unsi­cher­hei­ten über gel­ten­de Regeln besei­tigt. „Immer­hin konn­ten Bund und Län­der zuletzt in vie­len Punk­ten eine Eini­gung erzie­len, die die Ver­kehrs­si­cher­heit erhö­hen und schwä­che­re Ver­kehrs­teil­neh­mer wie Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger stär­ker schüt­zen sollen”.

Die stei­gen­de Zahl an Unfäl­len, an denen vor allem Rad­fah­rer betei­ligt sei­en, erfor­der­ten wirk­sa­me Maß­nah­men zu deren Schutz. „Des­halb trägt der ADAC bei­spiels­wei­se höhe­re Buß­gel­der für Lkw-Fah­rer mit, die beim Rechts­ab­bie­gen nicht Schritt­ge­schwin­dig­keit fah­ren, aber auch für das ver­bots­wid­ri­ge Nut­zen von Fahr­rad­stra­ßen, ‑zonen und Geh­we­gen durch Auto­fah­rer”, so Schäpe.

Wegen eines im Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um ver­ur­sach­ten Form­feh­lers muss­te nach der letz­ten Novel­le der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung der dazu gehö­ri­ge Buß­geld­ka­ta­log wie­der außer Kraft gesetzt wer­den. Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um und die Län­der strei­ten seit­dem über die dar­in ent­hal­te­nen dras­ti­schen Stra­fen für Raser, die der Bund und vor allen die uni­ons­re­gier­ten Län­der für über­zo­gen hal­ten. Das Minis­te­ri­um hält „eine Ver­schär­fung der Fahr­ver­bots­re­geln für Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen inner- und außer­orts nur für spe­zi­el­le Gefah­ren­be­rei­che für sinn­voll und ver­hält­nis­mä­ßig”, schrieb der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär Stef­fen Bil­ger dem Vor­sit­zen­den des Bun­des­tags­ver­kehrs­aus­schus­ses, Cem Özde­mir, in einem Bericht, über den die RND-Zei­tun­gen berichten.

SPD-Ver­kehrs­po­li­ti­ke­rin Kirs­ten Lüh­mann gibt vor allem den Grü­nen die Schuld. „Ins­be­son­de­re die Grü­nen behar­ren auf Maxi­mal­for­de­run­gen, mit rein par­tei­po­li­ti­schem Tak­tie­ren ret­ten wir kein ein­zi­ges Men­schen­le­ben”, sag­te die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te dem RND. „Wir brau­chen drin­gend Buß­gel­der für Geschwin­dig­keits­über­schrei­tun­gen, die sich am deut­lich höhe­ren euro­päi­schen Niveau ori­en­tie­ren, um wirk­lich abschre­ckend zu wir­ken. Auch müs­sen wir die Mög­lich­keit haben, schon bei ein­ma­li­gen Geschwin­dig­keits­ver­stö­ßen von min­des­tens 26 km/h inner­orts ein Fahr­ver­bot aus­zu­spre­chen. Auf die­ser Grund­la­ge müs­sen die Län­der sich schnellst­mög­lich einigen.”

Der Grü­nen-Ver­kehrs­po­li­ti­ker Ste­fan Gelb­haar sag­te dem RND: „Wer ille­gal auf Rad­schutz­strei­fen hält, muss statt 70 bis 100 Euro seit über einem hal­ben Jahr exakt Null Euro bezah­len. Die Buß­gel­der ande­rer gefähr­li­cher Ver­stö­ße, für Rasen, Falsch­par­ken, Doo­ring oder mit dem Auto durch Fuß­gän­ger­be­rei­che fah­ren, sind wie schon seit Jah­ren wei­ter­hin auf Spott­preis­ni­veau.” Wäh­rend­des­sen wür­den immer mehr Rad­fah­rer im Stra­ßen­ver­kehr getötet.

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