Bahn­ver­kehr: Fast 230.000 Ver­stö­ße gegen die Maskenpflicht

Polizei - Videoüberwachung - Polizisten - Bahnsteig - Deutsche Bahn - S-Bahn - Köln HauptbahnhofFoto: Polizisten am Bahnsteig des Kölner Hauptbahnhofs, Urheber: Bundespolizei Köln

Die Bun­des­po­li­zei hat seit Beginn des Jah­res 229.701 Rei­sen­de wegen Ver­stö­ßen gegen die Mas­ken­pflicht ermahnt.

In den aller­meis­ten Fäl­len konn­ten es die Beam­ten bei einer Beleh­rung belas­sen, fast alle Betrof­fe­nen zeig­ten sich ein­sich­tig und zogen die Mas­ke auf, teil­te die Bun­des­po­li­zei der „Welt am Sonn­tag” mit. In 11.283 Fäl­len infor­mier­ten Poli­zis­ten die zustän­di­gen Behör­den vor Ort, sodass ein Buß­geld­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wer­den konn­te. 745 Mal wur­den soge­nann­te Beför­de­rungs­aus­schlüs­se ver­hängt, die Ver­wei­ge­rer muss­ten also den Zug ver­las­sen. Auch 844 Platz­ver­wei­se wur­den aus­ge­spro­chen. Auf­fäl­lig ist, dass im Janu­ar noch mehr als 42.300 Ermah­nun­gen aus­ge­spro­chen wur­den. Seit­dem ging die Zahl zurück, im August lag sie nur noch bei knapp 23.000.

Die Ein­füh­rung der Mas­ken­pflicht in Zügen und ande­rer Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie haben laut dem Betriebs­rat der Deut­schen Bahn zu einer Zunah­me der Atta­cken auf Mit­ar­bei­ter des Kon­zerns geführt. „Nicht erst mit Beginn der Coro­na-Pan­de­mie sind unse­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen Belei­di­gun­gen und ande­ren ver­ba­len Angrif­fen und lei­der häu­fig auch kör­per­li­chen Atta­cken aus­ge­setzt”, sag­te der Chef des Kon­zern­be­triebs­rats Jens Schwarz der „Welt am Sonn­tag”. Und wei­ter: „Jeder Angriff ist einer zu viel und mit Ent­set­zen muss­ten wir fest­stel­len, dass die Aggres­sio­nen seit dem Beginn der Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Pan­de­mie wei­ter zuge­nom­men haben”.

Inzwi­schen gebe es bei vie­len Mit­ar­bei­tern der Bahn eine gro­ße Ver­un­si­che­rung. „Aus per­sön­li­chen Gesprä­chen weiß ich, dass man­che Beschäf­tig­te ihre Schicht mitt­ler­wei­le mit ste­ten Sor­gen im Hin­ter­kopf absol­vie­ren”, sag­te Schwarz. Das betref­fe nicht nur das Zug­per­so­nal, son­dern auch Mit­ar­bei­ter an den Bahn­hö­fen. Man for­de­re des­halb den Ein­satz zusätz­li­cher Sicher­heits­leu­te und ver­bind­li­che Sicher­heits­stan­dards, die schon bei der Aus­schrei­bung von Regio­nal­ver­kehrs­ver­bin­dun­gen fest­ge­legt wer­den müssten.

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