BAMF: Bun­des­ober­be­hör­de wird wegen Han­dy­aus­wer­tung angezeigt

Flüchtlinge - Menschen - Männer - Grenzzaun - BalkanrouteFoto: Flüchtlinge auf der Balkanroute vor einem Grenzzaun, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te will gemein­sam mit einem syri­schen Flücht­ling Beschwer­de beim Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten einlegen.

Das schrei­ben die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe vor­ab unter Beru­fung auf die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on. An die­sem Mon­tag reicht die GFF die Beschwer­de nach eige­nen Anga­ben ein und wen­det sich damit gegen die Pra­xis beim Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge. „Das Daten­schutz­recht gilt für alle Men­schen, auch für Geflüch­te­te. Die Han­dy­da­ten­aus­wer­tun­gen des BAMF sind damit schlicht nicht ver­ein­bar”, sag­te Lea Beck­mann, Juris­tin der Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te, den Fun­ke-Zei­tun­gen. „Jetzt liegt es am Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten, zu über­prü­fen, was das BAMF genau tut, und Rechts­brü­chen des BAMF einen Rie­gel vorzuschieben”.

2019 hat­te das Bun­des­amt bei der Prü­fung des Asyl­ver­fah­rens das Han­dy von Moham­mad A. nach des­sen Anga­ben aus­ge­le­sen. Der Syrer betei­ligt sich nun an der Beschwer­de beim obers­ten Datenschützer.

Seit 2017 kann das BAMF per Gesetz die Han­dys von Asyl­an­trag­stel­lern aus­le­sen, wenn der Flücht­ling sich bei der Asyl­be­hör­de nicht aus­wei­sen kann, etwa durch einen Rei­se­pass oder ein ande­res Doku­ment. Das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um bezeich­ne­te die Han­dy­aus­wer­tung in die­sen Fäl­len als „die ein­zi­ge oder jeden­falls eine wich­ti­ge Quel­le für die Fest­stel­lung der Iden­ti­tät und Staats­an­ge­hö­rig­keit einer Per­son”. Durch enge Vor­ga­ben wer­de die Ver­hält­nis­mä­ßig­keit des Ein­griffs in die Per­sön­lich­keits­rech­te des Asyl­su­chen­den gewahrt. Die Gesell­schaft für Frei­heits­rech­te sieht die­sen Ein­griff in die Pri­vat­sphä­re des Asyl­an­trag­stel­lers nicht mit den Grund­rech­ten vereinbar.

Neben der nun ein­ge­reich­ten Beschwer­de beim Bun­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten hat­te die Orga­ni­sa­ti­on bereits im Mai ver­gan­ge­nen Jah­res gemein­sam mit meh­re­ren Flücht­lin­gen vor Gericht Kla­ge gegen die Aus­wer­tung der Mobil­te­le­fo­ne im Asyl­ver­fah­ren ein­ge­reicht. Über die Fäl­le ist noch nicht entschieden.

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