Ber­lin: Mehr­heit der Inter­net­nut­zer von Coo­kie-Hin­wei­sen genervt

Offizielle Webseite der Europäischen Union - Cookie-Hinweis - BannerFoto: Cookie-Hinweis auf der offiziellen Webseite der Europäischen Union, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Fast zwei Drit­tel aller Inter­net­nut­zer sind von Schalt­flä­chen mit Coo­kie-Ein­stel­lun­gen genervt, die ihnen vor dem Besuch von Web­sites ange­zeigt werden.

Das berich­tet der „Spie­gel” in sei­ner neu­en Aus­ga­be. 41 Pro­zent lesen sie nicht, son­dern kli­cken ein­fach auf „akzep­tie­ren”, wie eine You­gov-Umfra­ge unter 2.045 Befrag­ten im Auf­trag des Mail- und Por­tal­an­bie­ters 1&1 ergab. Die Mehr­heit, 61 Pro­zent, wür­de lie­ber einen zen­tra­len Dienst nut­zen, um die eige­nen Coo­kie-Prä­fe­ren­zen ein­mal fest­zu­le­gen, statt auf jeder Web­site neu danach gefragt zu werden.

Die Ban­ner sind eine Fol­ge der EU-Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO), die vor genau zwei Jah­ren in Kraft trat. Auf wenn sie die Inter­net­nut­zer jeweils nur eine oder zwei Sekun­den „auf­hal­ten”, dürf­te EU-weit ein erkleck­li­cher Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lust zusammenkommen.

Für 1&1‑Vorstandschef Jan Oetjen sind die „infla­tio­nä­ren” Coo­kie­fens­ter nur einer von meh­re­ren „hand­werk­li­chen Feh­lern” der DSGVO. In meh­re­ren Län­dern sei die Umset­zung bis heu­te nicht abge­schlos­sen: „Wir sind weit ent­fernt von der ange­streb­ten euro­päi­schen Ver­ein­heit­li­chung.” Als Feh­ler wer­tet Oetjen zudem, dass nun die klei­ne Daten­schutz­be­hör­de in Irland Inter­net­gi­gan­ten wie Face­book über­wa­chen müs­se, die auf der Insel ihre Euro­pa­zen­tra­le haben. Frü­he­re in Deutsch­land errun­ge­ne Teil­erfol­ge sei­en dadurch „obso­let” gewor­den. Es dür­fe nicht eine ein­zel­ne natio­na­le Behör­de für mehr als die Hälf­te des digi­ta­len Mark­tes ver­ant­wort­lich sein, for­dert Oetjen. Sonst blie­ben die Idee der Daten­sou­ve­rä­ni­tät und einer euro­päi­schen Digi­ta­li­sie­rung „nur geträumt”.

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