Ber­lin: Tau­sen­de Ver­käu­fer und Pfle­ge­kräf­te müs­sen aufstocken

Kaufhaus - Personen - Verkäuferin - Kunde - Galeria KaufhofFoto: Verkauf in einem Kaufhaus (Galeria Kaufhof), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Unter den Beschäf­ti­gen, auf die es in der Coro­na-Kri­se beson­ders ankommt, müs­sen vie­le Sozi­al­leis­tun­gen in Anspruch neh­men, weil ihr Gehalt zum Leben nicht reicht.

Das geht aus der Ant­wort auf eine Schrift­li­che Fra­ge der Links­frak­ti­on her­vor, aus der die „Süd­deut­sche Zei­tung” (Mon­tags­aus­ga­be) zitiert. Danach muss­ten im Jahr 2018 – neue­re Zah­len gibt es noch nicht – mehr als 50.000 Ver­käu­fer Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung in Anspruch neh­men, obwohl sie sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig beschäf­tigt waren. Knapp 5.000 davon hat­ten eine Vollzeitstelle.

In der Alten­pfle­ge stock­ten mehr als 17.000 Beschäf­tig­te auf, davon jeder zehn­te in Voll­zeit-Beschäf­ti­gung. Auch mehr als 1.600 Beschäf­tig­te in der Kran­ken­pfle­ge oder in Ret­tungs­diens­ten ver­dien­ten mit ihrer Voll­zeit-Stel­le nicht genug, um Woh­nung und Lebens­un­ter­halt für ihre Fami­lie zu bestreiten.

Bun­des­weit waren 2018 rund 200.000 Voll­zeit-Beschäf­tig­te auf sol­che Hil­fen ange­wie­sen, ein Drit­tel davon Aus­zu­bil­den­de. „Die Coro­na-Kri­se zeigt, ohne wel­che Beru­fe unser Land nicht funk­tio­nie­ren wür­de”, sag­te Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Diet­mar Bartsch. „Es ist eine Schan­de, dass wir zig­tau­sen­de die­ser Men­schen nach ihrer unver­zicht­ba­ren Arbeit wei­ter­hin zum Sozi­al­amt schi­cken.” Die Bun­des­re­gie­rung müs­se umge­hend den Min­dest­lohn und ent­spre­chen­de Bran­chen­min­dest­löh­ne anhe­ben. „Die Stüt­zen unse­res Lan­des haben mehr Wert­schät­zung, vor allem auch mehr Geld ver­dient”, sag­te Bartsch.

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