BKA: Jähr­lich 150.000 Straf­ver­fah­ren wegen Hass im Netz

Facebook - Computer - Notebook - Laptop - Person - Website - InternetFoto: Facebook-Nutzer am Computer, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Das Bun­des­kri­mi­nal­amt rech­net wegen des neu­en Netz­werk­durch­set­zungs­ge­set­zes gegen Hass in sozia­len Netz­wer­ken mit rund 150.000 Straf­ver­fah­ren pro Jahr.

„Nach der­zei­ti­ger Schät­zung ist jähr­lich mit rund 250.000 NetzDG-Mel­dun­gen zu rech­nen, die etwa 150.000 neue Straf­ver­fah­ren nach sich zie­hen wer­den”, sag­te ein BKA-Spre­cher dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land”. Die „Zen­tra­le Mel­de­stel­le für straf­ba­re Inhal­te im Inter­net (ZMI)” mit rund 200 Beam­ten unter dem Dach des BKA wer­de frist­ge­recht zum 1. Febru­ar ihre Arbeit auf­neh­men, „um eine kon­se­quen­te Straf­ver­fol­gung der Ver­fas­ser solch straf­ba­rer Inhal­te durch die zustän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den in den Län­dern zu ermög­li­chen”, so der Sprecher.

Die Pro­zes­se wür­den der­zeit inner­halb des BKA, aber auch mit den Koope­ra­ti­ons­part­nern aus Poli­zei und Jus­tiz ent­wi­ckelt und gemein­sam getes­tet, um für die Zeit ab dem Stich­tag best­mög­lich vor­be­rei­tet zu sein. Zwar geht das BKA der­zeit davon aus, dass Face­book und Goog­le vor­erst kei­ne mut­maß­lich straf­ba­ren Delik­te mel­den wür­den – bei­de hat­ten beim Ver­wal­tungs­ge­richt Köln Anträ­ge auf einst­wei­li­ge Anord­nun­gen gestellt. – unab­hän­gig davon wür­den jedoch wei­te­re sozia­le Netz­wer­ke mit min­des­tens zwei Mil­lio­nen regis­trier­ter Nut­zer der gesetz­li­chen Mel­de­ver­pflich­tung nach dem NetzDG zum 01. Febru­ar 2022 unter­lie­gen, sag­te der Sprecher.

Das refor­mier­te NetzDG sieht vor, dass sozia­le Netz­wer­ke straf­ba­re Inhal­te nicht mehr wie bis­her ledig­lich löschen, son­dern an das BKA mel­den müs­sen. Face­book und Goog­le hin­ge­gen hal­ten es für unver­hält­nis­mä­ßig, alle Posts selbst auf Straf­bar­keit prü­fen und sie im Zwei­fel an das BKA wei­ter­lei­ten zu müs­sen und klag­ten des­halb im Juli ver­gan­ge­nen Jah­res – sowohl im Eil­ver­fah­ren wie auch grund­sätz­lich. Das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um hat­te dar­auf­hin im August ent­schie­den, bis zur Ent­schei­dung im Eil­ver­fah­ren nicht auf Mel­dun­gen bei­der Kon­zer­ne zu bestehen.

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