Bun­des­po­li­zei: Über 1.600 Aus­bil­der feh­len für Auszubildenden

Köln-Hauptbahnhof - Polizei NRW (31221)Foto: Bundespolizisten vor dem Kölner Hauptbahnhof (Köln-Innenstadt), Urheber: Bundespolizei Köln

Die Aus­bil­dungs­stand­or­te der Bun­des­po­li­zei kön­nen nicht mit dem Ansturm an Aus­zu­bil­den­den schritthalten.

Nach Anga­ben der Gewerk­schaft der Poli­zei (GdP) gibt es einen erheb­li­chen Man­gel an Fach­per­so­nal, um die ange­hen­den Poli­zis­ten zu schu­len und zu betreu­en. „Waren 2006 die Aus­bil­dungs­stand­or­te auf eine Kapa­zi­tät von 3.600 Aus­zu­bil­den­den pro Jahr aus­ge­legt, wer­den heu­te 8.200 jun­ge Frau­en und Män­ner in den neun Stand­or­ten aus­ge­bil­det”, sag­te GdP-Vize Jörg Radek der „Rhei­ni­schen Post” (Mon­tag).

Grund dafür sind die ins­ge­samt 5.000 vom Bund bewil­lig­ten Neu­ein­stel­lun­gen, unter ande­rem als Reak­ti­on auf die hohen Flücht­lings­zah­len in den Jah­ren 2015 und 2016. „Auf­grund des mas­si­ven Auf­wuch­ses feh­len 1.600 Trai­ner, Fach­leh­rer und beglei­ten­des Per­so­nal, etwa in den Küchen, im Unter­richt oder für die Per­so­nal­ver­wal­tung”, sag­te Radek.

„Der Eng­pass führt dazu, dass bun­des­weit Per­so­nal aus Dienst­stel­len abge­zo­gen wird, das dort eigent­lich drin­gend gebraucht wird.” Dass die­ser Man­gel ent­ste­hen könn­te, sei bei der Aus­bil­dungs­of­fen­si­ve nicht mit­ge­dacht wor­den, kri­ti­sier­te Radek, zeig­te sich aber zufrie­den mit erhöh­ten Stel­len­zahl. „Es ist gut und wich­tig, dass der Bund die Stel­len­zahl bei der Bun­des­po­li­zei seit 2016 um 8.500 dras­tisch erhöht hat”, sag­te Radek.

„In den kom­men­den Jah­ren soll das Niveau gehal­ten wer­den, was wir sehr begrü­ßen.” Er ver­mis­se jedoch eine nach­hal­ti­ge Stra­te­gie für die Aus- und Fort­bil­dung in der Bun­des­po­li­zei hin­sicht­lich Per­so­nal, Aus­stat­tung und Stand­or­ten. „Das führt auch dazu, dass der­zeit kaum Fort­bil­dun­gen mög­lich sind”, so der Polizeihauptkommissar.

„Ver­schär­fend kommt hin­zu, dass der Bund ent­ge­gen sei­nen poli­ti­schen Leit­li­ni­en Fach­kräf­te nur befris­tet ein­stellt. Sie müs­sen sich von einer Befris­tung zur nächs­ten han­geln und wan­dern des­we­gen oft lie­ber zur Kon­kur­renz der Lan­des­po­li­zei­en ab”, sag­te Radek.

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