Bun­des­re­gie­rung: 9 Mil­li­ar­den Euro für Niedriglohn-Aufstockung

Arbeitsamt - Agentur für Arbeit - Aschersleben - Schild - Logo - Gebäude - Weg - Laternen - Bäume - WieseFoto: Arbeitsamt in Aschersleben, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die staat­li­chen Hartz-IV-Zuzah­lun­gen an Beschäf­tig­te mit gerin­gem Ein­kom­men haben sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren trotz des wirt­schaft­li­chen Auf­schwungs am Arbeits­markt kaum verändert.

Dem­nach flos­sen allein 2019 rund 9,4 Mil­li­ar­den Euro an Hartz-IV-Bedarfs­ge­mein­schaf­ten mit min­des­tens einem abhän­gi­gen Erwerbs­tä­ti­gen, wie es aus einer Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge der Lin­ken-Frak­ti­on im Bun­des­tag her­vor­geht, über die die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Diens­tag­aus­ga­ben) berich­ten. Die Regie­rung beruft sich bei ihren Anga­ben auf Zah­len der Bun­des­agen­tur für Arbeit. In den kon­junk­tu­rell eben­falls erfolg­rei­chen Jah­ren 2018 und 2017 flos­sen den Infor­ma­tio­nen zufol­ge sogar 9,7 bezie­hungs­wei­se 10 Mil­li­ar­den Euro in die Auf­sto­ckung der Gehäl­ter von Gering­ver­die­nern. Ins­ge­samt hat der Staat seit 2007 den Anga­ben zufol­ge mehr als 126 Mil­li­ar­den Euro an ergän­zen­den Hartz-IV-Leis­tun­gen zur Auf­bes­se­rung nied­ri­ger Löh­ne ausgegeben.

Die Sozi­al­po­li­ti­ke­rin der Lin­ken im Bun­des­tag, Sabi­ne Zim­mer­mann, kri­ti­sier­te, die Gesell­schaft sub­ven­tio­nie­re auf die­se Wei­se „seit vie­len Jah­ren Arbeit­ge­ber, die Nied­rig­löh­ne zah­len oder ihren Beschäf­tig­ten nur Arbeits­ver­hält­nis­se in Teil­zeit oder Mini­jobs anbie­ten”. Die Lin­ke-Poli­ti­ke­rin sag­te, „Mil­li­ar­den­be­trä­ge aus Steu­er­mit­teln” wür­den auf­ge­wen­det, „um nicht exis­tenz­si­chern­de Arbeit auf­zu­sto­cken”. Dies sei „ver­deck­te Sub­ven­tio­nie­rung von Lohn­dum­ping, mit der die Bun­des­re­gie­rung pre­kä­re Beschäf­ti­gung vor­an treibt und zemen­tiert”. Für die betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten sei es „ent­wür­di­gend, dass sie trotz Arbeit zum Sozi­al­fall wer­den” und Hartz IV bean­tra­gen müss­ten, um zu über­le­ben. Zim­mer­mann for­der­te daher eine Erhö­hung des Min­dest­lohn auf min­des­tens 12 Euro, die Unter­bin­dung von Leih­ar­beit und die Umwand­lung von Mini­jobs in sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäftigung.

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