Deut­sche Bahn: Zug-Aus­fäl­le haben sich 2021 verdoppelt

Zug - Deutsche Bahn - Züge - Zug - Unwetter - Regen - HBF - Bahnhof - Schienen - ICEFoto: ICE-Zug bei Unwetter, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Im Fern­ver­kehr der Deut­schen Bahn wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 2021 ins­ge­samt 10.951 Züge ersatz­los gestrichen.

Im Jahr 2020 waren es nur 4.230, berich­tet „Bild” (Diens­tag­aus­ga­be) unter Beru­fung auf die Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine klei­ne Anfra­ge der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on. Mehr als ver­dop­pelt hat sich auch die Zahl aus­ge­fal­le­ner Fern­ver­kehrshal­te. 99.652 waren im Jahr 2020, aber 207.664 im Jahr 2021. Durch­schnitt­lich sind bei der DB damit im Jahr 2021 30 Fern­zü­ge und 569 plan­mä­ßi­ge Hal­te pro Tag aus­ge­fal­len. In der Ant­wort wur­de auf „kurz­fris­tig erfor­der­lich” gewe­se­ne Fahr­plan­re­duk­tio­nen im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie ver­wie­sen. Es habe im „gesam­ten Netz Halt- und Zug­aus­fäl­le gegeben”.

Der FDP-Ver­kehrs­ex­per­te Tors­ten Herbst wider­sprach. „Anstatt wei­ter­hin auf die Coro­na-Pan­de­mie zu ver­wei­sen, muss die DB zusätz­li­che Maß­nah­men ergrei­fen, um die Zuver­läs­sig­keit zu erhö­hen”, sag­te Herbst. Für ein­zel­ne Zug­aus­fäl­le möge es immer sach­li­che Begrün­dun­gen geben, so Herbst. „Für den Rei­sen­den zählt aber am Ende allein, ob der Zug fährt und pünkt­lich ankommt. Wenn die DB deut­lich mehr Fahr­gäs­te gewin­nen möch­te, braucht sie einen ande­ren Anspruch bei Zuver­läs­sig­keit und Pünkt­lich­keit. Es ist eine dring­li­che Auf­ga­be des DB-Manage­ments, den Fahr­gäs­ten mehr Qua­li­tät zu bieten”.

Eine Spre­che­rin der Bahn sag­te „Bild”: „Die größ­ten Ursa­chen für die Aus­fäl­le und Halt­aus­fäl­le im Jahr 2021 waren meh­re­re außer­ge­wöhn­li­che Son­der­er­eig­nis­se: Der Win­ter­ein­bruch im Febru­ar mit zeit­wei­ser Ein­stel­lung des Betriebs, im Juli das Sturm­tief Bernd mit dem dar­aus resul­tie­ren­den Jahr­hun­dert-Hoch­was­ser in Nord­rhein-West­fa­len sowie im August und Sep­tem­ber einen der mit drei Streik­wel­len här­tes­ten Tarif­kon­flikt der DB-Geschich­te.” Dies spie­ge­le sich auch dar­in wider, „dass sich in den übri­gen acht Mona­ten des Jah­res der Anteil der Zug­aus­fäl­le mit 1,1 Pro­zent und der Anteil der Halt­aus­fäl­le mit 2,5 Pro­zent auf dem Niveau der Jah­re 2019 und 2020 bewegte”.

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