Flix­bus: Staats-Mil­li­ar­den­hil­fe für Deut­sche Bahn kritisiert

Flixbus - Busse - Bus - Fernbus - StraßeFoto: Sicht auf Flixbusse, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Flix­bus will gegen die mil­li­ar­den­schwe­ren Hil­fen der Bun­des­re­gie­rung für die Bahn vor­ge­hen und for­dert ein Ein­grei­fen der EU-Kommission.

„Unse­re gro­ße Befürch­tung ist, dass sehr viel Geld direkt zur Deut­schen Bahn fließt und die­ses dann wett­be­werbs­ver­zer­rend ein­ge­setzt wird. Das ist wie ein Blan­ko­scheck”, sag­te Flix­bus-Chef und ‑Grün­der And­re Schwäm­m­lein der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Mon­tags­aus­ga­be). Der Bund will rund fünf Mil­li­ar­den für die Bahn zur Ver­fü­gung stel­len, um die Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie abzu­fe­dern. „Wenn die Bahn ihre Haus­auf­ga­ben gemacht und unter­neh­me­risch gehan­delt hät­te, bräuch­te sie nicht sol­che Sum­men”, so Schwäm­m­lein. Er befürch­tet, dass die Deut­sche Bahn „unter dem Deck­man­tel von Coro­na den Wett­be­werb zer­stö­ren” wol­le. Auch Wett­be­wer­ber im Güter­ver­kehr kri­ti­sie­ren die Hilfen.

Flix­bus kon­kur­riert zum einen mit sei­nem Fern­bus­netz mit dem Ange­bot der Deut­schen Bahn. Zum ande­ren bie­tet das Unter­neh­men unter dem Namen Flix­train neu­er­dings auch eige­ne Bahn­ver­bin­dun­gen an. „Wir gehen davon aus, dass die EU-Kom­mis­si­on die erneu­ten Hil­fen prü­fen und Auf­la­gen ertei­len wird, so sie denn in ent­spre­chen­der Höhe noti­fi­ziert wer­den”, sag­te Schwäm­m­lein. Unter ande­rem for­dert er Zugang zum Buchungs­por­tal der Deut­schen Bahn, dort sind die Flix­train-Ver­bin­dun­gen der­zeit nicht buch­bar. Zudem dür­fe die Bahn kei­ne unfai­re Preis­po­li­tik mit der Staats­hil­fe im Rücken betreiben.

Die Deut­sche Bahn gibt sich ange­sichts der Vor­wür­fe gelas­sen. „Bis­lang ist jede Kapi­tal­erhö­hung unse­res Eigen­tü­mers im Ein­klang mit dem gel­ten­den Wett­be­werbs­recht erfolgt, auch auf EU-Ebe­ne”, teil­te eine Spre­che­rin mit. Flix­bus bie­tet ledig­lich die Platt­form an, unter­hält selbst aber kei­ne Bus­flot­te. „Wir machen uns gro­ße Sor­gen, ob die meist mit­tel­stän­di­schen Bus­un­ter­neh­men in Deutsch­land die­se Kri­se ver­kraf­ten wer­den. Wenn in den kom­men­den sechs Mona­ten kei­ne Hil­fe kommt, ste­hen vie­le vor dem Aus”, sag­te Schwäm­m­lein. Der­zeit lie­ge das Fern­bus-Ange­bot von Flix­bus „deut­lich unter 50 Pro­zent” des Vorkrisenniveaus.

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