Frank­furt: Deut­sche Bun­des­bank erwar­tet star­ken Aufschwung

Bank - Deutsche Bundesbank - Mauer - Gebäude - GlasdachFoto: Die Deutsche Bundesbank, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Deut­sche Bun­des­bank sieht die deut­sche Wirt­schaft am Anfang eines star­ken Aufschwungs.

Das Wirt­schafts­wachs­tum wer­de in die­sem Jahr 3,7 Pro­zent und im kom­men­den Jahr 5,2 Pro­zent betra­gen, teil­te die Zen­tral­bank am Frei­tag mit. Im Jahr 2023 schwächt sich der Zuwachs des rea­len Brut­to­in­lands­pro­dukts dem­nach ab, beträgt aber immer noch 1,7 Prozent.

„Die deut­sche Wirt­schaft über­win­det die pan­de­mie­be­ding­te Kri­se”, sag­te Bun­des­bank­prä­si­dent Jens Weid­mann. In den Vor­aus­schät­zun­gen wer­de davon aus­ge­gan­gen, dass die Coro­na-Pan­de­mie durch die Impf­kam­pa­gne rasch und nach­hal­tig zurück­ge­drängt und die Schutz­maß­nah­men zügig gelo­ckert wür­den. „Vor allem in den zuvor beson­ders beein­träch­tig­ten Dienst­leis­tungs­be­rei­chen und beim pri­va­ten Kon­sum sorgt dies für star­ke Auf­hol­ef­fek­te”, sag­te Weidmann.

Zudem leg­ten die Aus­fuh­ren wei­ter kräf­tig zu. „Schon in die­sem Som­mer könn­te die Wirt­schafts­leis­tung wie­der das Vor­kri­sen­ni­veau errei­chen”, so der Bun­des­bank­prä­si­dent wei­ter. Und bereits ab dem kom­men­den Jahr wür­den die gesamt­wirt­schaft­li­chen Kapa­zi­tä­ten über­durch­schnitt­lich aus­ge­las­tet wer­den. Die Ver­brau­cher­prei­se wer­den sich in die­sem Jahr nach den Pro­jek­tio­nen der Bun­des­bank um 2,6 Pro­zent erhö­hen. „Dabei sind zum Jah­res­en­de vor­über­ge­hend Infla­ti­ons­ra­ten um 4 Pro­zent mög­lich”, sag­te Weidmann.

Hin­ter­grund sei­en die höhe­ren Mehr­wert­steu­er­sät­ze, die neu ein­ge­führ­ten CO2-Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­te sowie stark gestie­ge­nen Prei­sen für Roh­öl und auch für Nah­rungs­mit­tel. „Die Son­der­ef­fek­te lau­fen im kom­men­den Jahr aus”, so die Bun­des­bank. Daher rech­nen die Noten­ban­ker dann wie­der mit Infla­ti­ons­ra­ten von 1,8 Pro­zent (2022) und 1,7 Pro­zent (2023). Die nach­las­sen­de Teue­rung von Ener­gie und Nah­rungs­mit­teln über­de­cke dabei, dass die Kern­ra­te ohne Ener­gie- und Nah­rungs­mit­tel (zusätz­lich berei­nigt um den Mehr­wert­steu­er­ef­fekt) auf­grund des Auf­schwungs, der ver­bes­ser­ten Arbeits­markt­la­ge und anzie­hen­der Lohn­zu­wäch­se steigt.

Die Staats­fi­nan­zen stüt­zen die Wirt­schaft nach Ansicht der Bun­des­bank „wei­ter­hin erheb­lich”. „Unse­ren Vor­aus­schät­zun­gen zufol­ge steigt die Defi­zit­quo­te in die­sem Jahr auf mehr als 5 Pro­zent, die Schul­den­quo­te auf mehr als 70 Pro­zent”, führ­te der Bun­des­bank­prä­si­dent aus. Im kom­men­den Jahr wür­den sie dann deut­lich sin­ken, weil sich die Wirt­schaft wei­ter erho­le und die fis­ka­li­schen Kri­sen­hil­fen weit­ge­hend aus­lie­fen. Ver­gli­chen mit der Vor­aus­schät­zung von Dezem­ber 2020 erwar­tet die Bun­des­bank für den gesam­ten Pro­jek­ti­ons­zeit­raum nun ein beträcht­lich höhe­res BIP.

Der Anstieg der Ver­brau­cher­prei­se wer­de in den kom­men­den bei­den Jah­ren vor allem des­halb erheb­lich höher ein­ge­schätzt, weil sich Ener­gie deut­lich stär­ker als damals erwar­tet ver­teue­re. Auch die Kern­ra­te ohne Ener­gie und Nah­rungs­mit­tel wur­de durch­ge­hend ange­ho­ben. Mit Blick auf die Unsi­cher­hei­ten, denen die aktu­el­len Pro­jek­tio­nen unter­lie­gen, erschei­nen den Bun­des­bank-Fach­leu­ten die Risi­ken für das Wirt­schafts­wachs­tum in etwa aus­ge­gli­chen. Für die Infla­ti­on über­wö­gen dage­gen die Aufwärtsrisiken.

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